Colour Therapy

Die Kraft der Farben in der Fotokunst

Blau

Steht für Besonnenheit und schärft die Konzentration



Grün

Beruhigt und kann Stressblockaden lösen



Gelb

Stimuliert den Geist und wirkt optimistisch



Orange

Fördert als Mischung aus Gelb und Rot die Kreativität



Rot

Eine rein körperliche und extrovertierte Signalfarbe



Die wundersame Welt der Farben

Exklusives Interview mit der Farbpsychologin Silvia Regnitter-Prehn. Von Andrea Bruchwitz

Wie beeinflusst unsere direkte Farbumgebung das Wohlbefinden?

Farbe hat eine immense Wirkung auf unser Unterbewusstsein. Wenn man einen Raum in einer bestimmten Farbe gestaltet, sollte dies nicht aus einer blinden Euphorie heraus geschehen. Eine neue Wandfarbe ist langlebig und prägt den Menschen auf vielen Bewusstseinsebenen. Man muss sich zunächst bewusst machen, dass eine Wand nicht ständig verändert werden kann. Jede Farbe hat eine Bedeutung, die tief in unserer archaischen Welt verwurzelt ist – es ist sehr wichtig, sich mit dieser Wirkung auseinanderzusetzen.

Was verknüpft unser Unterbewusstsein mit …

… Rot?


Rot ist die Farbe der Kraft, eine rein körperliche und extrovertierte Farbe. Rot ist eine Signalfarbe, die den Menschen erwärmt und das Selbstvertrauen stärkt. Es ist die erste Farbe, die der Mensch überhaupt wahrnehmen kann: In der Forschung haben wir festgestellt, dass Rot nach 0,02 Sekunden erkennbar ist, Blau hingegen erst nach 0,06 Sekunden. Daher springen auch in Kunstwerken die roten Details zuerst ins Auge. Rot stimuliert allerdings nur das Körperliche, nicht den Geist oder die Seele. Diese Farbe gehört nicht in Ruheräume.

… Blau?

Blau ist die Lieblingsfarbe von 38 Prozent aller Deutschen, es ist eine sehr ruhige und entspannte Farbe. Man assoziiert damit leise Töne, Besonnenheit, Ruhe, Konzentration und Genauigkeit. Zudem kann Blau eine gewisse Distanz erzeugen: Der Betrachter kann sehr lange vor einem blauen Kunstwerk verweilen, da es ein Territorium der Weite um sich herum erschafft. Man kann ohne Anstrengung ins Blaue hineinschauen, wie ins tiefe Wasser oder den blauen Himmel. Die Natur gibt uns diese Farbwirkungen vor.

… Grün?

Grün wirkt auf den Menschen sehr beruhigend und positiv, es steht für Erholung und kann Stressblockaden lösen. Grün ist generell eine neutrale Farbe, doch es muss zwischen den verschiedenen Nuancen unterschieden werden: Hellgrün oder Maigrün wirkt belustigend, dunkles Tannengrün hingegen eher schwer. Der Betrachter sollte sich fragen, was zu seiner Befindlichkeit und seinem Charakter passt, bevor er sich permanent mit dieser Farbe umgibt. Der Mensch geht immer in Resonanz mit Farben, und so manche Farbe stößt er aus reinem Gefühlsempfinden ab.

… Gelb?

Die Farbe Gelb steht für Aktivität, Wärme und Kreativität, sie stimuliert den Geist und ist sehr konzentrationsfördernd. Je nach Nuance kann Gelb auch eine kühle Wirkung haben, etwa bei einem hohen Weißanteil. Reines Gelb wirkt fröhlich, offen, hell und optimistisch.

… Schwarz?

Schwarz, Weiß und Grau gehören zu den „unbunten“ Farben. Reines Schwarz ist eine Schutzfarbe: Wer schwarze Kleidung trägt, kann ungesehen im Hintergrund bleiben und sich von seiner Umgebung distanzieren. Je nach Kontext kann Schwarz interessant, elegant, würdevoll oder feierlich wirken. In der Raumgestaltung ist allerdings Vorsicht geboten, denn schwarze Kunstwerke können auch ein bedrückendes, ernstes und unnahbares Flair erschaffen.

… Weiß?

Weiß ist eine unschuldige und sterile Farbe, sie symbolisiert Reinheit und Klarheit. Zugleich ist sie sehr aufgeschlossen, denn das Weiße verlangt stets nach einer zusätzlichen Farbe. Psychologische Studien haben gezeigt, dass es für Testpersonen sehr anstrengend ist, sich in einem vollkommen weißen Raum aufzuhalten. Der Mensch verlangt nach Farbe, sie ist eine visuelle Nahrung für ihn. Das Weiße ist ein wunderschöner Teil dieser Welt, aber es braucht andere Farben um sich herum. Eine weiße Wand zieht farbige Kunstwerke an.

Kann es sein, dass persönliche Vorlieben im Gegensatz zu dieser Wirkung stehen? Anders ausgedrückt: Kann mich eine rote Wand negativ beeinflussen, obwohl mir die Farbe gefällt?

Ja, das kann vorkommen. Wenn man eine Wand in seiner Lieblingsfarbe gestaltet, kann es sich für den Moment richtig anfühlen, doch der Mensch und seine Lebenssituation verändern sich ständig. Auch wenn Rot die eigene Lieblingsfarbe ist, kann eine rote Wand in der Schnelllebigkeit des Alltags irritieren und das Wohlbefinden extrem negativ beeinflussen. In der Raumgestaltung gelten andere Farbgesetze, das wissen viele Menschen leider nicht. Wenn das Rote im Raum präsent sein soll, dann eher in Form eines Kunstwerkes, welches man bei Bedarf auswechseln oder in einen anderen Raum hängen kann.

Welche Farben wirken anregend, inspirierend und fördern Kreativität?

Die Farbe Gelb ist geistig inspirierend, Rot ist immer körperlich anregend. Orange ist die Mischung dieser beiden Farben und fördert die Kreativität. Wenn sich Rot, Gelb und Orange in einem Bild vereinen, entsteht die ideale Essenz für Kreativität.

Mit welchen Tönen kann man ein ruhiges Flair schaffen?

Das gelingt am besten mit den Farben Blau und Grün. Wer die Wand eines kleineren Raumes verschönern möchte, sollte zu Pastelltönen greifen, bei denen sich die Farbbewegung idealerweise nach oben aufhellt und langsam auflöst. Eine Wand sollte nicht bis zur Decke in statischen Primärfarben gestaltet sein.

Wie kann man durch Farbgebungen Kompetenz vermitteln, etwa in einem Office?

Authentizität und Glaubwürdigkeit sind die beiden Zauberwörter: Man kann kein generelles Farbkonzept festlegen, es muss individuell auf das Unternehmen zugeschnitten sein. Für eine Gärtnerei oder eine Gesundheitseinrichtung wirkt die Farbe Grün sehr authentisch, für eine moderne Agentur eher trendige Farben wie Pink oder Lila. Das Konzept muss einfach stimmig sein und sollte nicht mehr als drei oder vier Fokusfarben beinhalten.

Was sollte man bei der Wahl eines Kunstwerkes beachten? Empfehlen Sie eher bunte oder monochrome Farbgebungen?

Ich bejahe ein Leben voller Farben, aber jeder Mensch muss auf sein Inneres hören und sich mit dem Werk wohlfühlen. Ein Mensch ist in seiner eigenen Gedankenwelt und sollte ein Werk auswählen, das er innerlich bejaht – sogar als Farbpsychologin kann ich diesen Prozess nur begleiten. Ich habe schon häufiger gehört, dass jemand ein Kunstwerk nach einer Weile nicht mehr ansehen konnte. Warum wurde es dann überhaupt gekauft? Ich erhalte darauf immer die gleiche Antwort: „Weil es mir empfohlen wurde.“ Der Betrachter muss sich selbst in die Farben einfühlen können.

Wo stößt die Wirkung von Farbe an ihre Grenzen: Was kann man durch Farbe beeinflussen und was nicht?

Wir dürfen Farben nicht zu sehr entfremden und von ihrem natürlichen Ursprung loslösen. Studien haben beispielsweise gezeigt, dass schwarzer Joghurt als unangenehm empfunden wird – unabhängig vom Geschmack. Ein weißer Fußboden und eine pechschwarze Decke widersprechen den Naturgesetzen: Der Himmel ist immer heller als die Erde. Der Mensch würde in einer solchen Raumgestaltung krank werden, er muss sich in seiner Farbumgebung instinktiv wohlfühlen. Die Farbsprache stößt also an ihre Grenzen, wenn sie Naturgesetze außer Kraft setzen soll.

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