Einführung
Elena Iv-Skaya (✝ 2025) war eine Fotokünstlerin mit einer großen und prächtig strahlenden Farbpalette. Sie inszenierte ihre Protagonistinnen in starken Posen und noch stärkeren Kontrasten, um ihre Vorstellung von Schönheit und Lebensgefühl zur vollen Entfaltung zu bringen.
Die Farben wirken dabei wie Verstärker der positiven Energie und der starken Persönlichkeiten, die prägend für die Arbeiten von Iv-Skaya sind. Dabei verband die Künstlerin charakterstarke Darstellungen und ein unbeschwertes Sommergefühl zu einladenden Kompositionen.
Bevor sie zur Kamera wechselte, stand Iv-Skaya selbst vor ihr: in ihren Jahren als Model wurde sie tief vertraut mit der Welt, die sie später fotografierte.
Sie setzte ihr Wissen und ihre Erfahrungen ein, um in einen Dialog mit ihren Protagonistinnen zu treten, der es ihr erlaubte, ihre Ideen umzusetzen. Sie kommunizierte mit ihnen auf Augenhöhe und bezog sie in die Arbeit ein. Somit war sie in der Lage, die innere Anmut und Kraft der Frauen auf ihre ganz eigene Art zum Ausdruck zu bringen. Jedes ihrer Werke hat seinen eigenen Charakter, seine eigene Faszination.
Elena Iv-Skaya wurde in Russland geboren und lebte zuletzt auf der französischen Insel Réunion im Indischen Ozean. Dort ließ sie sich von den kräftigen Farben und den eleganten Formen der Natur inspirieren. Die Insel diente ihr immer wieder als Anregung für neue Arbeiten. Sie griff tropische Elemente in ihren Arbeiten auf und inszenierte ihre Models gern vor eindrucksvoller, paradiesischer Kulisse. Blauer Himmel, Palmen und türkisfarbenes Wasser wurden somit zu Konstanten in ihrem abwechslungsreichen Portfolio, das uns einlädt, in Gedanken an diese wunderbaren Orte zu reisen.
Interview
Wie kamst Du zur Kunst: Wie hat alles begonnen?
Ich habe mich schon immer für Kunst interessiert, aber hauptsächlich als Betrachterin. Die Erkenntnis, dass ich meine eigene Kunst schaffen kann, kam erst viel später, als ich vor etwa 10 Jahren begann, mit einer alten Kamera zu experimentieren und Objekte mit interessanten Formen vor einem Sonnenuntergangshintergrund zu fotografieren. Bald darauf wurde mir gesagt, dass meine Fotos interessant und originell seien, und ich beschloss, mich mit der Fotografie zu beschäftigen und mehr darüber zu lernen.
Kannst du uns Deinen Arbeitsprozess beschreiben?
Mein Arbeitsprozess ist recht spontan. Ich liebe es, mich unterwegs, während des Shootings, inspirieren zu lassen. Ich habe im Vorfeld einige Ideen, was ich machen möchte, aber sie entfalten sich erst, wenn ich mit den Aufnahmen beginne. Ich muss nur eine Auswahl an Accessoires haben, mit denen ich experimentieren kann, um die für meine Arbeit charakteristischen Farbschemata und grafischen Kompositionen zu schaffen.
Welche Menschen inspirieren Dich?
Ich lasse mich von den Werken von David Hockney, Guy Bourdin, Norman Parkinson, René Magritte, Man Ray und sogar von meinen Lieblingsimpressionisten wie Matisse, Van Gogh und Gaugin inspirieren.
Welche Künstler/Kunstwerke beeindrucken Dich im Moment besonders?
Ich liebe die Arbeit des spanischen Modefotografen Txema Yeste.
Was macht ein gutes Kunstwerk aus?
Die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit des Betrachters in der unüberschaubaren Menge visueller Reize, von denen die Welt derzeit erfüllt ist, auf sich zu ziehen und eine angenehme ästhetische Wirkung zu erzielen.
An welchem Projekt arbeitest Du zurzeit?
Ich bin vor kurzem nach Genf gezogen, von der Insel La Réunion, wo ich viele meiner Serien am Meer und am Pool gemacht habe. Ich würde gerne ein ähnliches ästhetisches Erlebnis in den Bergen mit Schnee und bunten Accessoires zum Thema Ski schaffen.
Was soll Kunst bewirken?
Dem Betrachter ein Gefühl des ästhetischen Genusses und der Freude zu vermitteln, den Sinn für Schönheit zu stärken und das Beste in ihm zu wecken.
Macht Kunst glücklich?
Natürlich macht es glücklich, wenn man sich Kunstwerke ansieht, die einen mit ästhetischer Freude und Genuss erfüllen.