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Symphonie der Gegensätze: Der multikulturelle Background der Künstlerin, die in Rom
geboren ist und heute in München lebt und arbeitet, spiegelt sich in ihren bunten Werken
wider. Ihre facettenreichen Werke, deren Symbolkraft bis in die Mehrsprachigkeit der Titel
reicht, sind das kunstvolle Resultat ihrer intensiven Auseinandersetzung mit
unterschiedlichsten Kulturen.
In ihnen mischen sich samtige Pastelltöne unter knallige Farbkompositionen. Zarte Figuren
zeigen sich in verwegenen Posen. Einflüsse aus klassischen Kunstbewegungen treffen auf
aktuelle Fragen, nostalgisches Design greift moderne Sehnsüchte auf. Die raffiniert
minimalistische Formgebung basiert auf dem Design von Divinationskarten – als Sinnbild für
die Sehnsucht nach Klarheit und Halt und den Wunsch nach Freiheit. Von der Raucherin über
die Trinkerin bis hin zum ewig vereinten Paar: Woran auch immer die Lippen der Figuren
hängen, sie erzählen von Sinnlichkeit und Leidenschaft.
Unter Verwendung diverser künstlerischer Techniken und sinnbildlichen Sprachen schlagen
ihre Werke eine Brücke zwischen Menschen verschiedenster Kulturen. So bunt wie ihre
Ölmalereien, so vielfältig ist auch ihre künstlerische Arbeit: Mit einem Diplom in Fotografie
kreiert die Künstlerin neben detailreichen, großformatigen Gemälden textile und installative
Werke, widmet sich der Formenlehre und arbeitet performativ und gesellschaftskritisch: 2018
gründete sie das Künstlerinnenkollektiv „Die Villa“, das sich mit der Rolle der Frau in der
Gesellschaft auseinandersetzt.
Ausstellungen
Einzelausstellungen
2023
„Poco ma con amore 02“ / All You Can Art Gallery / Munich
OLIV Refining Architecture / LA Art Gallery / Munich
„Poco ma con amore“ / Momo Studio / Siracusa
„Farben und Antworten“ / Galerie des Atlantik / Munich
Art Fair Hamburg Affordable / All You Can Art Gallery
„2 Artists, 2 Rooms“ / Benjamin Eck Gallery / Munich
Artist Group „The Villa“ Performance „Hausarbeiten“ / Villa Zierer / Gröbenzell
„The Coaster Show“ / 30 South Gallery / Pasadena
Weltraum Gallery / Munich
Art Fair ArtMuc / All You Can Art Gallery / Munich
Art Fair Bruxelles Affordable / All You Can Art Gallery
2017
„Don’t wake Daddy“ / Feinkunst Krüger Gallery / Hamburg
Art Fair Hamburg Affordable / Munique Art Gallery
„The Coaster Show“ / La Luz de Jesus Gallery / L.A.
Beastiezstyle and Friends / Farbenladen / Munich
2016
Annual Exhibition / Kunst und Kulturverein / Hohenaschau
„Don’t wake Daddy“ / Feinkunst Krüger Gallery / Hamburg
Duo Show Drawings / Weltraum Gallery / Munich
„The Coaster Show“ / La Luz de Jesus Gallery / L.A.
„Limbus“ / Fousion Gallery / Barcelona
Stroke Art Fair / Frida Gallery / Munich
“Frida’s Wall of small Arts 2.0“ / Frida Gallery / Munich
2015
„Schwarz Weiss“ / Short Time Gallery / Munich
„Ya no estoy sola“ / Frida Gallery / Munich
Stroke Art Fair Ltd. / Munich
Blooom Art Fair Cologne / Munique Art Gallery
„The Babylon Show“ / Surfclub Art Gallery / L.A.
„The Coaster Show“ / La Luz de Jesus Gallery / L.A.
„Zwischenspiel“ / Munique Art Gallery / Munich
2014
Surfclub Art Gallery / L.A.
INTERVIEW
Picasso sagte einst: „Du machst keine Kunst, du findest sie“. Wo findest du deine Kunst?
Mein Kopf ist ständig voller Bildmotive. Dort läuft eine Art innere Diashow, gespeist von meiner alltäglichen Umgebung. Es geht dabei nicht nur um das Sammeln optischer Reize, vielmehr sind es Stimmungen, Erzählungen von Freunden und die Begegnung mit neuen Menschen, die sich in mir festsetzen.
Auch das Reisen ist für meine Kunst sehr wichtig – das Kennenlernen und Spüren anderer Kulturen erfüllt mich und gibt mir neue Impulse. Oft kommen diese aber erst an, wenn ich wieder zu Hause bin und die Eindrücke in Ruhe verarbeitet habe.
Von der Idee bis zur Verwirklichung: Wie gehst du an deine Arbeiten heran?
Über analoge Skizzen taste ich mich digital an mein Motiv heran. Mit digitalen Pinseln entstehen die Vorlagen für die Leinwand, die anschließend in mehrschichtiger Lasur-Ölmalerei auf das Großformat übertragen werden. Dabei verändert sich das Motiv meistens noch einmal: Das analoge Bild hat eine ganz andere Wirkung, bestimmte Elemente passen dann doch nicht oder kommen neu hinzu, Farben verschieben sich. Zu entscheiden, wann ein Bild fertig ist, bleibt nach so vielen Jahren immer noch der spannendste Moment beim Malen. Wenn ich zeichne oder Studien male, arbeite ich hingegen ganz frei, direkt auf Papier oder Leinwand.
Dein Lieblingsbuch?
Es gibt verschiedene Lieblingsbücher aus unterschiedlichen Lebensphasen. Momentan ist es noch „Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells.
Mit welchem Künstler würdest du gerne Kaffee trinken und worüber würdet ihr sprechen?
Das ist eine schwierige Frage denn es gibt so viele KünstlerInnen mit denen ich nicht nur gern sprechen sondern auch arbeiten würde.
Wie hat es sich wohl angefühlt, in den Anfängen der Moderne in Paris unter ärmsten Verhältnissen Kunst zu machen, um vor dem Alltag zu entfliehen – so wie Picasso in seinen ersten Jahren im Bateau-Lavoir, oder Modigliani, der oft Bilder gegen ein Essen tauschte? Welche Gespräche wurden in den Bars geführt, wie war das Leben in den kleinsten unbeheizten Ateliers in Pigalle? Wie war es im Kontrast dazu in den 80ern in NY mit Basquiat und Warhol parallel zu Drogenpartys und in Extase zu arbeiten? Aber am Liebsten würde ich mit Louise Bourgeois und Hilma af Klint an einem Tisch sitzen und sie fragen, welche anderen Künstlerinnen damals die Kunstgeschichte geprägt haben, ohne dass wir es je erfahren haben.
Wie kamst du zur Kunst?
Schon als kleines Mädchen habe ich davon geträumt, eines Tages an der Kunstakademie in Rom zu studieren, ich stellte mir vor, wie ich durch die alten Gänge laufe, umgeben von Jahrhunderten an Kunstgeschichte. Dann kam alles anders, und ich habe zunächst Design in München studiert. Doch die Liebe zur Kunst war schon tief in mir verwurzelt.
Ich erinnere mich noch genau an dieses Gefühl, vor den großen Meisterwerken in Museen zu stehen und mir vorzustellen, wie der Maler oder die Malerin damals vor genau dieser Leinwand stand, welche Gedanken, welche Sorgen, welches Licht im Atelier herrschte. Es fühlte sich an wie eine Tür in eine andere Zeit, durch die ich mit meiner Fantasie einfach hindurchschlüpfen konnte. Es war meine ganz persönliche, wunderbare Flucht aus der Realität.
Genauso war es, wenn ich selbst gezeichnet habe: Auf dem Papier konnte ich mir meine eigene Parallelwelt erschaffen, einen Ort, der nur mir gehörte. Da ich ein eher stilles, in mich gekehrtes Kind war, wurden meine Bilder zu meiner Sprache – über sie konnte ich mich ausdrücken. Im Grunde spreche ich diese Sprache schon mein ganzes Leben lang.
Welche Menschen in deiner Umgebung beeinflussen dich?
Meine beiden Kinder sind mit Abstand meine größte Inspirationsquelle: durch sie schaue ich wie durch ein Fenster in eine neue Generation. Ihre Gefühle, Hoffnungen, aber auch ihre Ängste fließen oft unbewusst in meine Arbeit ein. Sie zeigen mir die Welt manchmal mit anderen Augen.
Mein Mann, der ebenfalls kreativ arbeitet, ist dabei mein Fels in der Brandung. Er hat von Anfang an bedingungslos an meinen Erfolg geglaubt, und seine positive Energie steckt mich bis heute an. Generell sind es aber vor allem Menschen mit Feuer im Bauch, die mich am meisten prägen – Visionäre, die genau wissen, wofür sie brennen, und unbeirrbar ihren Weg gehen. Diese Klarheit und Entschlossenheit fasziniert mich.
Stell dir vor, du hast eine Zeitmaschine. Wohin geht die Reise?
Auf jeden Fall in die Zukunft, ins Jahr 3000.
Ich würde so gerne wissen, wo wir als Menschheit dann stehen. Haben wir es geschafft, im Einklang mit der Natur zu leben, oder haben wir sie endgültig verloren? Gibt es noch Wälder, Ozeane, Tiere oder nur noch Erinnerungen? Und wie geht es den Menschen selbst: Sind wir näher zusammengerückt, haben wir gelernt, friedlicher miteinander umzugehen, oder hat uns der Fortschritt noch mehr voneinander entfremdet? Mich interessiert auch, wie sich Kunst dann anfühlt, malt überhaupt noch jemand mit der Hand, oder ist alles längst von Maschinen übernommen? Gibt es noch dieses Bedürfnis, sich auszudrücken?
Deine größte Leidenschaft abseits der Kunst?
Die Kunst nimmt einen so großen Platz in meinem Leben ein, dass gerade genug Zeit für meine Familie bleibt. Wenn ich aber doch einen Moment für mich finde, zieht es mich neben dem Sport oft ins Theater.
Es ist diese besondere Magie des Live-Moments, die mich fasziniert: Anders als bei einem Gemälde, das für die Ewigkeit gemalt ist, existiert eine Theateraufführung nur für diesen einen Abend, nie wieder ganz genau so. Jede Vorstellung ist ein eigenes, flüchtiges Kunstwerk. Mich zieht es besonders an, wenn Bühnenbild, Licht und Körper zu einem Gesamtbild verschmelzen, fast wie ein lebendiges Gemälde.
Vielleicht ist es auch diese Nähe zur Verwandlung, die mich so reizt: Wie Schauspieler für zwei Stunden vollständig in eine andere Existenz schlüpfen, ähnlich wie ich es in meiner Kindheit getan habe, wenn ich mich in Bildern verloren habe. Das Theater ist für mich eine weitere Tür in andere Welten.
Woran arbeitest du zurzeit?
Ich arbeite momentan parallel an zwei Serien.
Von Giesecke+Devrient GmbH habe ich den Großauftrag die gesamte Führungsetage mit meiner Kunst auszustatten. Dafür beschäftige ich mich mit der Historie und der DNA der Firma und erschaffe eine Welt, die meine Bildsprache und die der Firma vereint. Es ist eine anspruchsvolle Aufgabe diese Brücke zu schlagen, aber es inspiriert mich sehr, denn ich kann wieder Neues ausprobieren.
Gleichzeitig male ich an einer sehr intimen neue Serie: MINUS ist eine Serie von Ölgemälden, die sich mit dem Phänomen des Verschwindens auseinandersetzt; mit den Lücken, die entstehen, wenn etwas oder jemand geht. Die Arbeiten untersuchen Vakanzen auf verschiedenen Ebenen: im persönlichen Leben ebenso wie in systemischen Zusammenhängen. Energie löst sich auf, verändert ihre Form, wird zu etwas Unbekanntem. Die Serie bewegt sich dabei zwischen figurativen Ankerpunkten und abstrakten Feldern, zwischen dem Greifbaren und dem bereits Entglittenen.
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