Die Formen von Fundamental beginnen dort, wo Natur und Mathematik sich begegnen: in klaren Strukturen, feinen Rhythmen und Kräften, die eine unerwartete Leichtigkeit erzeugen. Ihre Objekte wachsen nicht aus starren Vorbildern, sondern dynamischen Phänomenen – aus dem Verhalten von Licht, der Logik von Mustern, der Balance zwischen Gewicht und Schweben.
Diese Faszination führt zu zwei Werkgruppen, die bei LUMAS besonders präsent sind.
Die Gravity Collection basiert auf geometrischen Formeln, um mit Wahrnehmung und Balance zu spielen. Jedes ist eine Konzentration eines Prinzips – reduziert, aber vielschichtig. Das verzogene Gitter erzeugt den Eindruck einer unsichtbaren Kraft, die die Fläche verformt. Je nach Blickwinkel verändert sich die Farbwirkung, Linien verschieben sich, Tiefe entsteht aus Struktur. Die Elemente sind so konstruiert, dass sich der Neigungswinkel des Gitters variieren lässt – ein Objekt, das auf die Betrachtung reagiert und Perspektive zum gestaltenden Moment macht.
Erdiger und haptischer sind die Messingobjekte, die Stadtlandschaften in abstrahierter Form abbilden: Berlin, Paris, Manhattan. Straßenraster, Flüsse, Plätze – alles wird zu einem ornamentalen Relief, das gleichzeitig Karte und Muster ist. In Untersetzern wie in Tabletts zeigt sich dieselbe Haltung: Reduktion, Materialtreue, Klarheit. Gefertigt werden sie in einer Berliner Werkstatt für Menschen mit Behinderungen – ein Zusammenspiel aus sozialer Verantwortung und handwerklicher Sorgfalt, das jedem Stück eine zusätzliche Dimension gibt.
Fundamental arbeitet meist mit nur einem Material pro Objekt. Diese Beschränkung schärft den Ausdruck: Stahl zeigt Linie, Messing zeigt Wärme. Nichts lenkt ab, nichts kaschiert. Das Material bleibt die eigentliche Quelle des Effekts – klar lesbar, leicht zu pflegen und vollständig recycelbar.
Die Fertigung folgt derselben Konsequenz. Die Metallarbeiten entstehen in Zusammenarbeit mit spezialisierten Betrieben in Norditalien, deren Expertise aus dem medizinischen Präzisionsbereich kommt. In Berlin übernehmen soziale Werkstätten die Assemblierung. Nachhaltige Rohstoffe, recycelte Verpackungen und nahezu plastikfreie Lieferketten sind kein Nebengedanke, sondern Teil des Entwurfsprozesses.
Trotz ihrer konstruktiven Strenge bewahren die Objekte eine spielerische Leichtigkeit. Vielleicht, weil sie aus Beobachtungen entstehen, die man aus der Kindheit kennt: Wie Dinge schimmern, schweben, sich ordnen. Fundamental vereint diese Neugier mit architektonischer Präzision und schafft Objekte, die Bedeutung verdichten. fun und fundamental sind bei diesem Atelier kein Widerspruch. Ihre Arbeiten zeigen, dass Klarheit und Leichtigkeit, Bedeutung und Verspieltheit sich nicht ausschließen, sondern gegenseitig verstärken.