Einführung
Der mehrfach ausgezeichnete Skulpturenkünstler erschafft abstrahierte Figuren, die zwischen Menschlichkeit, Natürlichkeit und Überirdischem vermitteln: Ihr Gegenstand ist die Liebe, genauer die subtile Bewegung der Liebe. Umgeben von einer Aura der Sinnlichkeit verströmt „Die Liebende“ einen geheimnisvollen, betörenden Reiz.
Seine Inspiration findet Alexander Heil in der Natur. Insbesondere die fließenden Bewegungen des Wassers spiegeln sich in der natürlichen, dynamischen Eleganz seiner Skulpturen wider. In skizzenhafter Abstraktion versteht der Künstler es, einem der natürlichsten und gleichzeitig unwirklichsten Gefühle eine Form zu verleihen. Gezeichnet von Anmut und einem organischen Charakter verkörpern seine Figuren die Empfindung der Liebe, losgelöst von ihrem Objekt der Begierde. Zwischen Figürlichkeit und Beweglichkeit drücken sie die reine Empfindung aus, die durch ihr dynamisches Wesen einen Zustand zwischen Kontemplation, Aktion und Inspiration in ihrem Betrachter auslöst.
Heils markanter Stil, geprägt von der Verwendung unterschiedlichster Werkzeuge – von Beitel über Axt bis hin zur Motorsäge – verleiht seinen Werken eine raue und zugleich zarte Note. Die ursprünglich aus Holz gefertigten und anschließend in Bronze gegossenen Skulpturen erweitert die natürliche Schönheit um edle Nuancen; ihre Eleganz entspringt einer verinnerlichten Natur. In minimalistischem Stil verweilen sie in einer Balance zwischen Bewegung und innerer Ruhe.
Dass Heil neben seiner Leidenschaft für die Kunst eine starke Verbindung zum Tanz hat, zeigt sich in der sinnlichen Ausdruckskraft seiner Kreationen. Die Dynamik seiner Skulpturen lässt die Bewegungen des Körpers greifbar werden, wobei die Leidenschaft als innere Kraft in jeder Figur mitschwingt.
„Die Liebende“ lässt Stärke und Zärtlichkeit, Schönheit und Natürlichkeit, Erhabenheit und Menschlichkeit miteinander verschmelzen. Eine Hommage an das Zusammenspiel aus unberührter Natur und menschlicher Berührung, die Schönheit hervorbringen.
Vita
Alexander Heil, geboren in Frankfurt am Main, begann seine künstlerische Laufbahn mit einer handwerklichen Ausbildung. Seine kreative Entwicklung wurde durch längere Aufenthalte in Südamerika, Spanien, Italien, China und den Vereinigten Staaten geprägt. Nach seinem Studium der Landschaftsarchitektur in Berlin veröffentlichte er ein Buch über innovative Gartengestaltung, während er gleichzeitig sein eigenes Gartengestaltungsunternehmen führte.
Seit Mitte der 1990er Jahre ist Heil als freischaffender Bildhauer tätig, wobei er sich auf Arbeiten in Holz und Stein spezialisiert hat. Seine erste Ausstellung im Jahr 2002 markierte den Auftakt zu zahlreichen weiteren Ausstellungen in ganz Deutschland und international. 2003 eröffnete er sein erstes Atelier, das „Studio am Zauberberg“, gefolgt von einem weiteren Studio in Berlin im Jahr 2005. 2012 erweiterte er seinen künstlerischen Wirkungskreis mit der Gründung der „Artist Farm“ nahe Berlin, und 2016 eröffnete er ein weiteres Studio in Loco, Valle Onsernone in der Schweiz. In enger Zusammenarbeit mit deutschen und internationalen Künstlern lebt und arbeitet Heil heute in Berlin und der italienischen Schweiz.
Interview
Picasso sagte einst, „Du machst keine Kunst, du findest sie“. Wo findest du deine Kunst?
Ich finde Kunst überall wo ich hin blicke, in allem was endsteht, erblüht und wieder vergeht.
Von der Idee bis zur Verwirklichung: Wie gehst du an deine Arbeiten heran?
In der Regel mit einem Gefühl welche sich in einer Idee äussert und welche ich im Skizzenbuch festhalte. Wenn die Idee gut ist, hält sie sich bis ich den richtigen Stamm in die
Hände bekomme. Ich arbeite gleichzeitig an verschiedenen Werkreihen, an denen ich wechselhaft arbeite und immer tiefer die Bedeutung ergründe.
Dein Lieblingsbuch?
Tibetischer Pfirsichstrudel von Tom Robbins
Mit welchem Künstler würdest du gerne Kaffee trinken und worüber würdet ihr sprechen?
Mit Leonardo DaVinci und über die Bedeutung von Form.
Wie kamst du zur Kunst?
Familiäre Prägung und der immerzu starke Drang sich kreativ auszudrücken.
Welche Menschen in deiner Umgebung beeinflussen dich?
Künstlerisch? Eigentlich nicht so viele, da ich mir ungerne reinreden lasse bevor es fertig ist.
Stell dir vor, du hast eine Zeitmaschine. Wohin geht die Reise?
Ich denke vor ca. 26.000 Jahren könnte es recht interessant gewesen sein, vielleicht fangen wir mal im Mittelmeerraum an.
Deine größte Leidenschaft abseits der Kunst?
Tanz
Woran arbeitest du zurzeit?
An einer großen Installation aus Kristallglas