A.r. Penck
Pentagon rot von A.r. Penck
Pentagon rot
Pentagon rot
1998

Pentagon rot

Limited Edition, Auflage: 100, Signiert
LIMITED EDITION, AUFLAGE: 100, SIGNIERT
SERIGRAPHIE, MEHRFARBIG
INKLUSIVE MAGNETRAHMEN
EICHE SCHWARZ
81,4 x 112,4 cm (Außenmaß)
Werknummer: ARP05

€ 2.498,00

Teile auf

inkl. MwSt. zzgl. € 14,90 Versand

A.r. Penck

Pentagon rot

Limited Edition, Auflage: 100, Signiert
1998
Pentagon rot von A.r. Penck
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Hintergrundinformationen zu A.r. Penck

A. R. PENCKS Zeichen- und Symbolsprache ist universell – ein eigenes Universum

Der 1939 in Dresden geborene Ralf Winkler hatte viele Künstlerpseudonyme, u. a. Mickey Spilane, Mike Hammer oder einfach Y, wurde dann international aber vor allem als A. R. Penck bekannt. Seine von ihm entwickelte Universalsprache orientiert sich an Elementarzeichen, die zum Teil bis auf die Höhlenmalerei zurückzuführen sind. Tiere, Strichmännchen, Sonnen- und Kreuzzeichen wie auch verlängerte Speere und Pfeile an Armen und Beinen symbolisieren existenzielle Kämpfe, Widerstände und verschiedene Territorien und soziale oder staatliche Barrieren. Freund oder Feind, Verrat oder Friede, Grenze oder Grenzüberschreitung sind die Denkmuster seiner Bilder, die er sowohl zu historischen und aktuellen politischen Themen wie auch zu beschwörenden Ritualen wie Heilung oder Verletzung komponierte. „Standart-Bilder“ nannte der Künstler selbst seinen Stil, für den vor allem schwarze Zeichen auf farbigem Hintergrund, hauptsächlich Elementarfarben wie Rot, Grün, Gelb und Blau, charakteristisch sind.
Doch vom gängigen verlangten sozialistischen Realismus wichen diese standardisierten Zeichen-systeme und archaischen Bildwelten ständig ab. Wegen seiner Vorliebe für Außenseiter, selbst als Heizer, Dachdecker und in vielen anderen notdürftigen Berufen arbeitend, wurde der zuletzt in Irland lebende Maler und Bildhauer viermal an den staatlichen Kunsthochschulen der DDR abgewiesen. Nach seinen Versuchen, u. a. in Dresden und an der Hochschule für angewandte Kunst Berlin (Ost) aufgenommen zu werden, erarbeitete er sich seinen einzigartigen Stil als Autodidakt. In Dresden arbeitete er bei Max Uhlig im Atelierhaus und nahm u. a. im Untergrund organisierten Zeichenunterricht. Ständig aber lebte er in der ehemaligen DDR als Künstler mit Ausstellungsverbot. Nur in Ausnahmefällen gelang es ihm, mithilfe guter Freunde in eigenständigen Galerien oder genossenschaftlich organisierten Institutionen wie der Galerie Oben im ehemaligen Karl-Marx-Stadt - heute Chemnitz - seine Werke einer kleinen Öffentlichkeit zu zeigen.
Für seine Aktivitäten in zahlreichen Untergrund-Musikbands der DDR, wo er mit Künstlerkollegen kleine „Gesamtkunstwerke“ mit Musik, Malperformances und Tänzerinnen veranstaltete, legte er sich Pseudonyme wie Mike Hammer und Mickey Spilane zu, die er dann wiederum teils für seine daraus entstandenen Werke und Werkzyklen benutzte. Die perspektivische „Aufsicht“ und Flächigkeit seiner Werke ging letztendlich auch aus der japanischen und chinesischen Kalligrafie hervor, die für seine Pinselstriche und -schwünge, teilweise sogar Pinselhiebe grundsätzliche Inspirationen lieferte.
Seine internationale Karriere begann mit seiner Ausbürgerung aus der DDR 1980, jedoch hatte er schon wenige, ausgewählte Sammler und Fans in den 70er-Jahren gewinnen können. Während er seit 1969 zunehmend Probleme mit dem Staatssicherheitsdienst der DDR bekam, welcher auch sein Atelier mit sämtlichen Arbeiten und Aufzeichnungen bei einem fingierten Einbruch 1979 vernichtete, setzte er sich schon ab 1976, seit der Bekanntschaft mit dem Düsseldorfer Maler Jörg Immendorf, für Dissidenten ein. Kurz vor der Wiedervereinigung, 1988, trat er seine Professur an der Hochschule in Düsseldorf an, wo er bis 2003 Malerei unterrichtete.

Christina Wendenburg
1939Geboren in Dresden unter dem bürgerlichen Namen Ralf Winkler
1955-1956Lehre als Werbezeichner bei der DEWAG
Ab 1968Bezeichnete er seine Gemälde mit dem Titel „Standart“ – bestehend aus den Worten „Standard“ und „Art“
1969Erstmalige Verwendung des Pseudonyms „A.R. Penck“
1971Anschluss an Künstlergruppe Lücke
1972Teilnahme an der Documenta 5
Benutzung des Pseudonyms Mike Hammer, ab 1973 auch Mickey Spilane und ab 1976 Y
1980Übersiedlung aus der DDR nach West-Deutschland
1982Teilnahme an der Documenta 7
1983Umzug nach London
1984Teilnahme an der Biennale in Venedig
1988Professor für Malerei
1992Teilnahme an der Documenta 9
2003Umzug nach Dublin
2017Verstorben in Zürich
Kunstsammlung Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main
Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich
Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg
Kunstmuseum Walter, Augsburg
Museum of Modern Art, New York
Hamburger Kunsthalle, Hamburg
Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt am Main
Stedelijk Museum, Amsterdam
Städtische Galerie Dresden (Sammlung Jürgen Schweinebraden)
Musée d’Art Moderne et Contemporain de Strasbourg, Strassburg
Galerie Neue Meister, Dresden
Ingrid Pfeiffer, A. R. Penck, Isabelle Graw, Harald Kunde, Kewin Power, Pirkko Rathgeber, Jürgen Schweinebraden: A. R. Penck: Werke 1961–2001 Dt. /Engl. Düsseldorf 2007
Ausstellungskatalog: documenta 5. Befragung der Realität – Bildwelten heute; Katalog (als Aktenordner) Band 1: (Material); Band 2: (Exponatliste); Kassel 1972
documenta Archiv (Hrsg.); Wiedervorlage d5 – Eine Befragung des Archivs zur documenta 1972; Kassel/Ostfildern 2001
Katalog zur documenta 6: Band 1: Malerei, Plastik/Environment, Performance; Band 2: Fotografie, Film, Video; Band 3: Handzeichnungen, Utopisches Design, Bücher; Kassel 1977
Katalog: documenta 7 Kassel ; Bd. 1: (Visuelle Biographien der Künstler); Bd. 2: (Aktuelle Arbeiten der Künstler); Kassel 1982
Documenta IX: Kassel, 13. Juni-20. September 1992 – Katalog in drei Bänden; Stuttgart 1992
A.R.Penck: Dogma und Dialektik, hrsg. Galerie Michael Schultz OHG, Berlin 1999