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Alle Werke von 3deluxe

Hintergrundinformationen zu 3deluxe

3DIMENSIONALER LUXUS

Das Hineinsehen von Gestalten in Wolkengebilde ist eine der schönsten Beschäftigungen für Auge und Geist. Wir können träumen und übertragen unsere Luftschlösser auf die vorbeiziehenden Wolkenformen, sehend und bauend im selben Augenblick. Der nahe und der ferne Raum beflügelte immer schon die Fantasien von Künstlern und Architekten. Sie zeichnen und holen so das Luftschloss zu uns auf den Boden.

Auch für 3deluxe war die Zeichnung das erste Mittel, um ihre Ideen zum "Leonardo Glass Cube" zu visualisieren. Das Skizzenblatt versammelt alle Ansichten, Ein- und Ausblicke eines gläsernen Gebäudes, dass das Werk eines genialen Glasbläsers sein könnte. Natürliche Wachstumsprozesse werden simuliert, um Räume zu bauen, die sichtbare Netzwerke der Kommunikation herstellen. Fließend, doch nicht verspielt, sind alle Teile in dieser Architektur miteinander verknüpft, ihre organische Formensprache macht die Werke von 3deluxe unverwechselbar.

Der "Leonardo Glass Cube" ist ein Bauwerk, in dem Architektur, Interior Design, Grafikdesign und Landschaftsplanung zu einer komplexen ästhetischen Einheit zusammengeführt werden. Eine Fantasie ist auch die "Landstation", die wie ein gigantischer weißer Vogel in einer von Cumuluswolken gekrönten blauen Landschaft sitzt. Diese Skizze könnte auch eine Fotografie sein. Digitale Bearbeitung gab hier der Zeichnung Licht und Schatten, Farben und Bewegung.

Wenn die Studien zum "Leonardo Glass Cube" uns von Anfang an, sozusagen bei der Planung dabei sein lassen, dann sehen wir die "Landstation" als ein unerklärlich schönes Objekt aus der Zukunft. Morgen schon könnte sie gebaut sein, denn die heutigen Technologien machen auch scheinbar utopische Ideen realisierbar.

Die interdisziplinäre Gestaltergruppe 3deluxe, bestehend aus 30 Kreativen rund um Dieter Brell, Peter Seipp, Andreas und Stephan Lauhoff, zählt zu den progressivsten Vertretern der deutschen Designavantgarde. Seit über 15 Jahren setzt das international erfolgreiche Wiesbadener Büro wegweisende Impulse in Architektur und Innenarchitektur, Grafik- und Mediendesign.
Großes Aufsehen erregten 3deluxe 2004 mit ihrer Gestaltung des "Cocoon Club" in Frankfurt am Main. 2007 wurde die ebenfalls viel beachtete Corporate Architecture "Leonardo Glass Cube" in Bad Driburg errichtet.
Als interdisziplinäres Team von derzeit 30 Gestaltern arbeiten 3deluxe an der fließenden Schnittstelle zwischen Grafik-, Interior- und Mediendesign, Architektur und Popkultur. Seit Gründung des Wiesbadener Büros im Jahr 1992 entstehen in kreativer Synergie Mischformen zweidimensionaler und dreidimensionaler Gestaltung: grafische Arbeiten entfalten räumliche Wirkung, während architektonischen Entwürfen Kommunikationsprinzipien zu Grunde gelegt werden. Auf diese Weise entwickeln 3deluxe vielschichtige Collagen, so genannte Multilayered Atmospheres, die multiple Sinneserfahrungen fördern und eine Vielzahl möglicher Lesarten zulassen. Es geht ihnen dabei um die Erweiterung eines absoluten Raumverständnisses hin zu einem dynamisch prozesshaften, um das Spiel mit der Wirklichkeit und ihrer Wahrnehmung sowie die Relation von realem und gedachtem Raum.


Schon 1996 gelang es 3deluxe mit einer thematischen Inszenierung in Frankfurt neue räumliche Sichtweisen zu eröffnen, indem sie multimediale Raumtransformationen mit Hilfe haptik- und gestikgesteuerter Interfaces ermöglichten. Das Prinzip der inszenierten Wechselwirkung zwischen gestalteter Umgebung und Nutzern, von 3deluxe mit Mutual Interplay betitelt, wurde zwischen 1997 und 2001 unter anderem in Messeszenarien für MTV oder die Autostadt GmbH überzeugend umgesetzt.

Auch im Kunstkontext fand der visionäre Gestaltungsansatz von 3deluxe Beachtung: 1999 wurden sie eingeladen für die Ausstellung Children of Berlin im P.S.1 Contemporary Art Center New York eine multimedial inszenierte Leselounge zu entwerfen. Das ebenfalls in New York realisierte Juweliergeschäft D‘Fly ist ein prägnantes Beispiel für organisch anmutende Formensprache von 3deluxe, die sich aus ihrem künstlerisch-metaphorischen Konzept der Genetic Architecture ableitet. Inspiriert von einem neuen naturwissenschaftlichen Verständnis, das die Schnittstelle zwischen Biologie und Technik neu zu definieren sucht und den Dualismus von Natürlichkeit und Künstlichkeit in Frage stellt, haben 3deluxe einen formalen Stil entwickelt, der Lebendigkeit und organisches Wachstum suggeriert. Mit Hilfe innovativer Technologien verleihen sie ihren Designobjekten oftmals Eigenschaften, die denen eines lebenden Organismus gleichen.


Mit zwei großen Ausstellungsinszenierungen erlangten 3deluxe internationale Bekanntheit: Scape auf der Expo 2000 und Cyberhelvetia auf der Schweizer Expo.02 waren als Artificial Biotopes konzipiert – faszinierende Erlebniswelten, deren Realräume durch artifizielle und imaginäre Komponenten erweitert und bereichert wurden. Bei 3deluxe wird der Begriff der Virtualität nicht wie häufig auf den Aspekt der computergenerierten Simulation reduziert, sondern im ursprünglichen Sinne als Beschreibung für das Immaterielle und Gedachte, das Potentielle, verstanden.

Computergenerierte Bilder und Animationen sind dennoch wesentlicher Bestandteil ihrer performativen Raumkonzepte, wie ein Besuch des 2004 in Frankfurt eröffneten Cocoon Club eindrucksvoll belegt. In dem für Deutschlands Star-DJ Sven Väth gestalteten Club mit zwei exklusiven Restaurants ist die Tanzfläche von einer 100 m langen 360°-Projektion umgeben, die live mit dem DJ-Set abgestimmt werden kann und ein sich fortwährend veränderndes, immersives Ambiente kreiert. Interaktive Rundum-Projektionen, individuell programmierte Lichtinstallationen und projektspezifisch designte Interfaces kamen zwischen 2003 und 2007 auch bei aufwändigen Ausstellungsinszenierungen für DaimlerChrysler oder die Fussball WM 2006 zur Anwendung.


Ihr erster realisierter Hochbauentwurf, der vielfach prämierte Leonardo Glass Cube, bedeutete 2007 für 3deluxe den Durchbruch in der Architekturbranche. Seine transparent bedruckte Glasfassade, auf der sich grafisch verfremdete Fotografien von Elementen der umgebenden Landschaft mit ihren eingespiegelten Abbildern vermischen, ergänzt (in diesem Fall auf ganz analoge Weise) den realen Raum mit einer hypernaturalistischen, ästhetisch überhöhten Metaebene. Momentan ist das Gestalterkollektiv mit neuen Architekturaufträgen sowie zahlreichen Projekten im Bereich Interior-, Grafikdesign und Ausstellungsszenografie beschäftigt.

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