Fotografie oder Photographie?

Der Begriff Photographie leitet sich aus dem griechischen Wort für Licht, „phos, photos“, ab.  Dem Ursprung nach macht es also keinen Sinn, dass die klassische Schreibweise „Photographie“ mit doppeltem „ph“ durch die neuere Variante „Fotografie“ mit zweifachem „f“ im alltäglichen Sprachgebrauch weitgehend verdrängt wurde. Dem Zeitgeist entsprechend hat sich auch LUMAS diesem allgemeinen Trend angepasst. Kaum ein Künstler, Redakteur oder Galerist, der statt Fotografie, Fotograf oder Foto noch Photographie, Photograph oder Photo schreiben würde. Der beste Beweis dafür ist die Überschrift auf dieser Seite.

Hommage an die Photographie

Mit diesem Text möchte LUMAS ein Zeichen setzen und sich vor denjenigen verneigen, die sich noch der guten, alten Photographie verpflichtet fühlen. Gerade unter unseren Kunden reiferen Alters gibt es viele Kunstliebhaber, die gewohnheitsmäßig, aus linguistischem Pflichtgefühl oder aus ästhetischen Gründen der Photographie die Treue halten. Es sei in diesem Zusammenhang auch betont, dass Photographie nicht nur – wie oben dargelegt – etymologisch die einzig wahre, sondern nach wie vor gleichberechtigt neben Fotografie die zweite orthografisch korrekte Schreibweise ist. Als Hommage an die Photographie, egal in welcher Schreibweise, betrachtet LUMAS aber vor allem die Arbeit der rund 160 Künstler, deren handsignierte Photographien von uns in exklusiven, limitierten Editionen angeboten werden. Im Gegensatz zum Wort wird die Photographie als Kunstform bestimmt nicht so schnell verschwinden.

Geschichte der Photographie

Die Vorgeschichte der Photographie liegt im 11. Jahrhundert, als mit der Camera obscura, die Lichtstrahlen durch ein kleines Loch auf eine Projektionsfläche prallen ließ, seitenverkehrte Bilder erzeugt wurden. Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Photographie – wobei „graphie“ vom griechischen Wort für „Zeichnen“ stammt – war Mitte des 16. Jahrhunderts die Einführung der Linse, wodurch hellere und schärfere Bilder möglich wurden. In den folgenden Jahrhunderten gab es weitere technische Fortschritte, ehe dem Franzosen Joseph Nièpce im Jahr 1826 die erste echte Photographie gelang. Für den endgültigen Durchbruch sorgte 1835 der Engländer William Fox Talbot mit der Erfindung des Negativ-Positiv-Verfahrens, das sich um 1860 als bestimmendes Element der modernen Photographie etablierte und erst in den 1990er Jahren im Zuge des digitalen Zeitalters weitgehend verdrängt wurde.

Photographie als Kunst

Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gab es Versuche, mit Hilfe der Photographie die Malerei zu imitieren, indem Bilder bewusst unschärfer gemacht wurden oder Personen vor malerischen Kulissen dargestellt wurden. Doch bis weit in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Rolle der Photographie umstritten, wurde ihr doch von vielen ausschließlich eine wissenschaftliche Funktion und keine künstlerische Bedeutung beigemessen. Aber Künstler wie der amerikanische Surrealist Man Ray (1890-1974) entwickelten die Photographie vom technischen Aufzeichnungsmittel zum künstlerischen Ausdrucksmittel weiter. Heute gehört die Photographie zweifellos zu den wichtigsten zeitgenössischen Künsten – auch wenn die meisten Menschen sie mittlerweile anders schreiben.

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