Christoph Schrein
Lorin von Christoph Schrein
Lorin
Lorin
2016 / 2017

Lorin

Limited Edition, Auflage: 150, Signiert
Werknummer: CSH01

€ 999,00

Teile auf

inkl. MwSt. zzgl. € 14,90 Versand

Christoph Schrein

Lorin

Limited Edition, Auflage: 150, Signiert
2016 / 2017
Lorin von Christoph Schrein
€ 999,00
120 x 120 cm

Kaschierung unter Acrylglas, Stärke 2 mm glänzend

Rahmenlos

€ 999,00
Teile auf
inkl. MwSt. zzgl. € 14,90 Versand

Weitere Werke von Christoph Schrein

Hintergrundinformationen zu Christoph Schrein

Die Werke von Christoph Schrein versetzen den Betrachter durch ihre wellenförmigen, fließenden Farbströme in ein neues Raum-Zeit-Gefüge. Der Künstler erschafft lichtreflektierende Gebilde, die wie metallische Schleier durch die Luft schweben, sich in ihrer Schwerelosigkeit umeinander winden und gegenseitig überlagern. Die abstrakten Acrylglas-Gemälde aus seiner Serie TARA rufen die komplexe Illusion von räumlicher Tiefe hervor und lassen neue Sphären jenseits der bestehenden Realität entstehen. Schrein lässt den Betrachter das räumliche Gebilde aus verschiedenen Perspektiven entdecken – seine Werke sorgen für Entschleunigung und ein kurzes Innehalten.

Der Künstler trägt die Ölfarbe mit einer speziellen Pinseltechnik auf und bemalt das Acrylmedium von beiden Seiten. Seine Spuren sind im Werk kaum noch sichtbar: Die monochromen Bilder entstehen scheinbar aus sich selbst heraus, die überirdische Materie aus schillernden Farbnuancen hat ein Eigenleben entwickelt. Es ist kein Anfang und kein Ende mehr vorhanden, es gibt keine subtile Botschaft – die Farbschleier bewegen sich schwerelos auf einer Metaebene fernab von stigmatisierenden Diskursen.

Christoph Schrein strebt in seinem Schaffen stets nach Geschlossenheit und einer inneren Notwendigkeit, damit das Gemälde sein „Innerstes offenbart und entfaltet“. So gelingt ihm die Erschaffung einer erhabenen Materie, die mit ihren sanften Wellungen und glänzenden Lichtreflexen seit Urzeiten existiert – und durch ihre Kostbarkeit nicht mehr der menschlichen Existenz, sondern etwas Überirdischem entsprungen zu sein scheint.
Christoph Schrein studierte Malerei an der Kunststation Kleinsassen sowie an der Akademie für Bildende Kunst in Enschede. Der Künstler erkundete zunächst den Raum zwischen Skulptur und Gemälde, bis er sich schließlich ganz der abstrakten Malerei widmete und eine unverwechselbare Bildsprache entwickelte. Schrein war bereits auf zahlreichen Ausstellungen vertreten, etwa auf der Kunstmesse KUBOSHOW. Er lebt in Leipzig.
Erzähl uns etwas zu deiner Arbeit.
Mich reizt die Untersuchung neuer Darstellungsformen, das Experimentieren mit dem Material und das Ausloten der Grenzen des Mediums Malerei.

In meinen Gemälden entsteht ein Bildraum in scheinbar fließender Bewegung. Durch die Überlagerung wellenförmiger Farbströme initiiere ich eine Illusion räumlicher Tiefe. Eigens hierfür habe ich eine Technik auf Acrylglas entwickelt, bei der ich den Farbauftrag auf beiden Seiten des Bildträgers durchführe. Die Glasschicht zwischen den beiden Farbflächen wird somit Teil der räumlichen Illusion und verstärkt die dreidimensionale Wirkung des Bildes. Es entsteht ein Lichtkörper, der die Malerei aus sich selbst heraus scheinen lässt.

Meine Malereien sollen dem Betrachter die Möglichkeit geben, in das, was er sieht, einzutauchen. In Licht, Farbe und Raum einen Moment von Kontemplation und Entschleunigung zu erfahren. Das subjektive Erleben und der Dialog zwischen Betrachter und Bild stehen hierbei im Vordergrund.

Im Arbeitsprozess nutze ich selbstgefertigte großformatige Pinsel und Rakel mit unterschiedlichen Eigenschaften, um die fein linierten Formen und Bewegungen zu erzeugen. Die Entwicklung der Komposition ist wie ein Vordringen zum Kern des Bildes. Man muss sich fallen lassen und doch konzentriert jeden Schritt des Bildaufbaus evaluieren. Ich suche nach einer inneren Notwendigkeit des Bildes, einem Eigenleben, etwas, das entsteht und nicht gedacht werden kann. Dieser Augenblick ist mein Antrieb und versetzt mich immer wieder in Erstaunen, wenn ich vor der fertigen Arbeit stehe und sie größer wird als meine Vorstellung.

Was oder wer inspiriert dich?

Schon zu meiner Studienzeit hat mich das Werk von Anish Kapoor stark beeinflusst und das tut es noch heute. Seine Arbeiten entwickeln eine Art Sogwirkung, der man sich nicht entziehen kann. Sie bewegt sich an der Schwelle unserer Wahrnehmungsgrenzen und trägt in sich Verweise größerer Zusammenhänge. Die metaphysikalische Polarität von Anwesenheit und Abwesenheit in seinem Werk lässt einen evokativen Prozess aus, der Orte und Erfahrung berührt, die fest in unserem Unterbewusstsein verankert sind, und initiiert dadurch eine Fragestellung an das persönliche Erleben und das Sein.

Wie beeinflusst deine Heimatstadt deine Arbeit?

Leipzig ist die Stadt der Maler. Hier gibt es nicht nur aufgrund der Leipziger Schule eine Vielfalt und ein hohes Niveau an künstlerisch malerischen Positionen. Vorhandene Strukturen wie Galerien, Museen und Ateliers fördern dieses Potential. Es ist einfach eine große Bereicherung, wenn man immer die Möglichkeit hat, interessante zeitgenössische Kunst oder renommierte Klassiker zu sehen.

Viel wichtiger zum Arbeiten finde ich aber sogar die Grundhaltung der Menschen hier. Leipzig ist ein Ort der Offenheit, Gastfreundlichkeit und Toleranz. Man wird schnell aufgenommen und findet seinen Platz. Spätestens beim zweiten Besuch ist man schon fast Leipziger.

Wo findest du auf deinen Reisen Inspiration?

Oft sind meine Reiseziele damit verbunden, bestimmte Ausstellungen zu sehen, wie damals das Weatherproject von Olafur Elliason im Tate Modern/London oder William Kendridge in San Francisco.

Zumeist plane ich Reisen aber um bestimmte Naturereignisse zu entdecken. Ich möchte Erleben und das Licht aufnehmen, die Atmosphäre, räumliche Dimensionen und natürliche Prozesse erfahren. Meist entstehen Skizzen und Fotografien, die dann als Basis für neue Arbeiten dienen. Es sind Erlebnisse aus Reisen wie dem Himalaya Gebirge oder dem Great Barrier Reef, die mich inspirieren. Eine Art Übertragung der sensuellen Erfahrung von etwas Erhabenem und Kostbarem in den artifiziellen Raum des Bildes.

Als nächstes Ziel steht der Antelope Canyon in Arizona auf dem Plan. Durch Erosion ist hier ein Ort entstanden, an dem Zeit sichtbar wird - in gewisser Weise ein Spiegel meiner künstlerischen Arbeit.