Joseph Beuys

Joseph Beuys - Einführung

Joseph Beuys gründete 1973 mit dem Grafiker und Juristen, Plakatmacher, Kunstprofessor und heutigen Präsidenten der Akademie der Künste in Berlin Klaus Staeck den Verein „Freie Hochschule für Kreativität und interdisziplinäre Forschung“. Von da ab wurden die Weggefährten auch im Bereich Kunst und Politik gemeinsame kreative Partner. Klaus Staeck war nicht nur Ideengeber für einige Projekte, sondern editierte Beuys über mehrere Jahrzehnte als dessen enger Vertrauter. Beide nahmen hintereinander an der Documenta teil und als Klaus Staeck zur Documenta 8 eingeladen wurde war Beuys bereits verstorben. Wohl kaum ein anderer deutscher oder internationaler Künstler begleitete die Documenta in Kassel über mehrere Jahrzehnte mit insgesamt fünf Teilnahmen, wie Beuys, von 1964 bis 1982. Beide Staeck-Brüder, Klaus und Rolf, begleiteten Joseph Beuys jahrzehntelang in der Entstehung seines komplexen Gesamtwerks und wohl auch deshalb sind sie nicht nur einzigartige Beuys-Kenner, -Verehrer und -Verfechter, sondern haben auch mit sicherem Gespür und geübtem Auge die Werkzyklen dieses künstlerischen Universalgenies überblickt und ausgesucht. Zum einen ist das 3-Tonnen-Werk, ein zum Gebrauch „unter Wasser“ gedachtes Plastikfolienbuch, ein Konglomerat und Manifest seines Werkes, welches ihn auch selbst, auf fotografische Platten gebannt, beim Aufbau der Documenta 7 zeigt und von ihm signiert wurde. Zum anderen sind fantastische Siebdrucke von ihm im typischen „Ochsenblut- bzw. Ziegelrot“, wie Joseph Beuys es in Anlehnung an archaischen Urkulturen der Schamanen benutzte. Sie charakterisieren die zentralen Aspekte seines umfangreichen Werkes, das immer wieder um das bewegende Objekt des Schlittens und das archaische Tiersymbol des Hirsches kreist. Beuys selbst hat in einer berühmten Rede zur Eröffnung in der Düsseldorfer Galerie Schmela bereits 1972 gesagt: „Da aber Kunst an einem anderen Entwicklungspol des Menschen arbeitet, sein Sensorium, daß heißt seine Sinnesorganisation so bearbeitet, daß erstens einmal die Sinnesorganisation, die gegenwärtig entwickelt ist beim Menschen erhalten und gepflegt bleibt, daß sie zweitens aber verpflichtet ist, neue Sinnesorgane hinzuzuentwickeln (…) in dem Sinne, daß man fragen muß, welche Sinnesorgane muß der Mensch durch die Konfrontation mit Kunst sich entwickeln, mit dem Begriff der Kreativität sich erarbeiten, damit er eines Tages mehr Welt wahrnimmt als nur einen Ausschnitt von Welt.“ Die künstlerischen Aktivitäten des Weltenbürgers Joseph Beuys hatten immer Bezug zu seinen Mitbürgern. So kandidierte er 1979 auch für die Grünen im Europaparlament. Im gleichen Jahr nahm er an der Biennale in Venedig mit einem seiner Hauptwerke, Das Kapitel Raum 1970–1977, teil. Auch hier finden sich seine beiden Leitsymbole: der Schlitten und der Hirsch. Sie sind die zentralen Symbole und Elementarzeichen in Beuys’ Werk, in dem sie auch in Form gebauter Objekte bzw. von Skulpturen vorkommen.

Christina Wendenburg

Joseph Beuys - Vita

1921 Geboren in Krefeld

1941-1945 Kriegszeit

1946 Immatrikulation an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf

1951 Meisterschüler von Ewald Mataré

Ab 1953 Erste Einzelausstellungen und Aufträge

1961 Berufung auf den Lehrstuhl für monumentale Bildhauerei der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf

1974 Gastprofessur an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg

1974 Vortragstournee durch die USA

1986 In Düsseldorf gestorben

Auszeichnungen von Joseph Beuys

1986 Wilhelm-Lehmbruck-Preis der Stadt Duisburg

1984 Ehrenbürger der Gemeinde Bolognano

1980 Ausländisches Ehrenmitglied der Kungliga Konsthögskolan Stockholm, Stockholm

1980 Gastprofessur an der Städelschule in Frankfurt am Main

1979 Kaiserring der Stadt Goslar

1978 Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, Abteilung Bildende Kunst

1978 Thorn-Prikker-Ehrenplakette der Stadt Krefeld

1976 Lichtwark-Preis der Stadt Hamburg

1976 Doctor of Fine Arts honoris causa, Nova Scotia College of Art and Design, Halifax

1974 Gastprofessur an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg

1952 4. Kunstpreis der Stadt Düsseldorf (Kategorie angewandte Kunst); Ausstellung Eisen und Stahl, „Eisenhüttenwerke“, Düsseldorf

Bücher/Kataloge über Joseph Beuys (Auswahl)

Jörg Schellmann (Kat.): Joseph Beuys. Eine farbige Welt. Objekte, Plastiken, Drucke 1970–1986, Schellmann Art, München, 1. bis 30. Juni 2011. München 2011

Joseph Beuys. Parallelprozesse, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, 11. September 2010 bis 16. Januar 2011. München 2010

Eugen Blume/ Cathrine Nichols (Hrsg.): Beuys. Die Revolution sind wir, Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin, 3. Oktober 2008 bis 25. Januar 2009. Göttingen 2008

Eva Beuys (Hrsg.): Joseph Beuys. Das Geheimnis der Knospe zarter Hülle, Texte 1941–1986. München 2000

Reinhard Ermen: Joseph Beuys. Reinbek bei Hamburg 2007, 2. Auflage 2010

Susanne Willisch, Bruno Heimberg (Hrsg.): Joseph Beuys. Das Ende des 20. Jahrhunderts. Die Umsetzung vom Haus der Kunst in der Pinakothek der Moderne München. München 2007

Monika Angerbauer-Rau: Beuys-Kompass. Ein Lexikon zu den Gesprächen von Joseph Beuys. Köln 1998

Werner Hofmann: Die Moderne im Rückspiegel. Hauptwege der Kunstgeschichte. München 1998

Hiltrud Oman: Joseph Beuys. Die Kunst auf dem Weg zum Leben. München 1998

Clara Bodenmann-Ritter: Joseph Beuys. Jeder Mensch ein Künstler. Gespräche auf der documenta 5/1972. Neuauflage 1991

Armin Zweite: Beuys zu Ehren, Lenbachhaus München, 16. Juli bis 2. November 1986

Volker Harlan, Rainer Rappmann, Peter Schata: Soziale Plastik. Materialien zu Joseph Beuys. Achberg 1976

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