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Von Foto-Rückseiten und Foto-Kleidern Eigentlich ganz einleuchtend: eine Künstlerin kommt von der Photokunst her, macht fotografische Abzüge und greift dann mit einem anderen Medium der Bildgestaltung ein. Die in 1969 in Teheran geborene, in Wien lebende Photokünstlerin transformiert die glatte Oberfläche von Bildern, indem sie die Hintergründe – die Räume – bestickt, während die Figur als Photographie erhalten bleibt. Die Autorin Gisela Steinlechner hat das Werk von Sissi Farassat so beschrieben: „ Sissi Farassats Foto-Nähkunst mag eigensinnig und in ihrer Zeitaufwendigkeit anachronistisch erscheinen, doch berührt und reflektiert sie wesentliche Aspekte der Wahrnehmung und der Ästhetik des photografischen Bildes. Etwa was die Lichtregie betrifft, die ja nicht nur eine Frage der Aufnahmetechnik und -bedingungen ist, sondern die auch für die Rezeption der ausgearbeiteten Bilder ein wesentliche Rolle spielt: je nach Glanzeffekt des verwendeten Fotopapiers, aber auch abhängig von der Größe des Bildes, vom Ort seiner Präsentation, den dort herrschenden Lichtverhältnissen, dem Standort des Betrachters und nicht zuletzt davon, ob das Foto hinter Glas gesetzt ist. Hinter Glas abgeschirmte Fotografien sind vielfachen Spiegelungen und Lichtbrechungen ausgesetzt, andererseits ist ihre Oberfläche wie versiegelt und der unmittelbare Blick-Kontakt mir ihr unterbunden. Auch mit ihren Pailletten-Teppichen setzt Sissi Farassat den Fotos zusätzliche Glanzlichter auf, doch bringt sie damit auch körperliche und haptische Qualitäten in den visuellen Raum ein … Mit ihrem Glitzern und den irisierenden Farben erinnern die Pailletten-Bilder an prunkvolle Gemächer, aber auch an die Glitterwelt von Disco und Filmrevuen - dem gegenüber steht oft die „Gewöhnlichkeit“ oder Intimität der Sujets. Häufig bearbeitet Sissi Farassat Selbstporträts, Aufnahmen von Familienmitgliedern und Freunden, oder auch von Fremden auf der Strasse. Die Stick-Arbeit an einem Foto, die sich über Tage und Wochen hinziehen kann, ist somit auch eine Auseinandersetzung mit persönlichen Bilder- und Beziehungswelten.“ Aus: Fotogeschichte - Beiträge zur Geschichte und Ästhetik der Fotografie, Marburg: Jonas Verlag, 2003