Hommage an die
Fotografie
„Es bedarf Kopf, Auge und Herz in dieselbe Augenhöhe zu bringen. Es ist eine
Art, zu leben.“ Der große Henri Cartier-Bresson (1908 – 2004) fühlte sich der
Fotografie so bedingungslos verpflichtet wie nur wenige Fotografen vor oder
nach ihm. Während gerade heutzutage viele vor allem im geübten Blick die Voraussetzung
für eine gelungene Fotografie sehen, waren aus Sicht des französischen Meisters
ein wacher Verstand und eine emotionale Beteiligung in der professionellen
Fotografie genauso unverzichtbar. Noch hymnischer als bei Bresson klang die Ode
an die Fotografie jedoch aus dem Mund seiner amerikanischen Zeitgenössin
Berenice Abbott (1898 – 1991): „Lebendige Fotografie lässt Neues entstehen, sie
zerstört niemals. Sie verkündet die Würde des Menschen. Lebendige Fotografie
ist bereits positiv in ihren Anfängen, sie singt ein Loblied auf das Leben.“
Individuelle Bedeutung der Fotografie
Für den Linguisten ist eine Fotografie (als wörtliche Übersetzung aus dem
Griechischen) nichts als eine „Lichtzeichnung“. Millionen Hobby-Knipser bedienen
sich der Fotografie als Mittel zum Zweck, um besondere Momente bildlich
festzuhalten. Für LUMAS, die meisten unserer rund 160 Fotografen sowie Tausende
Kunden kann eine Fotografie soviel mehr sein: fesselnde Kunst, die elektrisiert
oder irritiert, zumindest aber niemals ohne Wirkung bleibt. Wie eingangs
zitiert, teilte Henri Cartier-Bresson diese Begeisterung für Fotografie – als
möglichst präzises Handwerk, jedoch nicht als Kunst. Entsprechend lapidar
urteilte er einmal: „Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut.“
Eine durchaus realistische Einschätzung vor dem Hintergrund, dass sich die
Fotografie im Laufe des 20. Jahrhunderts
zum Massenmedium entwickelt hatte. Ein Jahrhundert zuvor war diese rasante Entwicklung
noch nicht vorherzusehen…
Geschichte der Fotografie
Die Vorgeschichte der Fotografie beginnt im 11. Jahrhundert mit der legendären
Camera obscura, die Lichtstrahlen durch ein kleines Loch in einen dunklen Hohlraum
eindringen ließ und dadurch auf der innenliegenden Projektionsfläche seitenverkehrte,
auf dem Kopf stehende Abbilder äußerer Motive erzeugte. Ein weiterer
Meilenstein auf dem Weg zur Fotografie war Mitte des 16. Jahrhunderts die
Einführung der Linse, wodurch hellere und schärfere Bilder möglich wurden. In
den folgenden Jahrhunderten gab es weitere technische Fortschritte, ehe dem
Franzosen Joseph Nièpce im Jahr 1826 die erste echte Fotografie gelang. Für den
endgültigen Durchbruch sorgte 1835 der Engländer William Fox Talbot mit der
Erfindung des Negativ-Positiv-Verfahrens, das sich um 1860 als bestimmendes
Element der modernen Fotografie etablierte und erst in den 1990er Jahren im
Zuge des digitalen Zeitalters weitgehend verdrängt wurde.
Fotografie als Kunst
Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gab es Versuche, mit Hilfe der Fotografie die Malerei zu imitieren, indem Bilder bewusst unscharf gemacht wurden oder Personen vor malerischen Kulissen dargestellt wurden. Doch bis weit in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Rolle der Fotografie umstritten, wurde ihr doch von vielen eine ausschließlich wissenschaftliche Funktion und keine künstlerische Bedeutung beigemessen. Aber Künstler wie der amerikanische Surrealist Man Ray (1890 – 1974) entwickelten die Fotografie vom technischen Aufzeichnungsmittel zum künstlerischen Ausdrucksmittel weiter. Heute gehört die Fotografie zweifellos zu den wichtigsten zeitgenössischen Künsten. Und die anspruchsvollen LUMAS Werke sind Beispiele dafür, dass nicht nur beim Erschaffen von Fotografien, sondern auch bei ihrem Erfassen Kopf, Auge und Herz – wie von Cartier-Bresson einst gefordert – auf Augenhöhe sein sollten.