C-PRINT VON PHAIDON, NR: SSO01
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Soziale Landschaften Badlands National Monument, 1973
Der 1947 in New York City geborene Künstler ist seit seiner Kindheit von der Fotografie fasziniert und beginnt bereits mit sieben Jahren mit ersten Aufnahmen und Experimenten in seiner Dunkelkammer. Mit 14 wagt er sich dreist zu einem Besuch des Altmeisters der amerikanischen Fotografie Edward Steichen, der Kurator der Fotosammlung des Museum of Modern Art in New York war. Dieser kaufte ihm nach einem Treffen sogar drei Prints für das MoMA ab.
Als Zeitzeuge der Pop-Kultur ist er in den Jahren 1965 bis 1968 fast täglicher Gast in der Factory von Andy Warhol und dokumentierte mit seinen Schwarz-Weiss-Fotografien die kreative Künstler- und Musikerszene wie die legendäre Popgruppe Velvet Underground die er in seinem Buch „The Velvet Years“ veröffentlichte.
Die für die Editionen ausgewählte Arbeit von 1973 „Badlands National Monument“ zeigt eine ärmliche Farmer Hütte im Badlands National Park von South Dakota vor beeindruckender Bergkulisse. Shore charakterisiert ein Territorium, dass zwar landschaftlich spektakuläre Gebirgszüge hat aber während der dreißiger und vierziger Jahre von verheerenden Heuschreckenplagen heimgesucht wurde und für Truppenübungen der Army herhalten musste. Das Foto stammt aus der Dekade in der sich Shore mit dem Phänomen „soziale Landschaft“ auseinandersetzte und in Anlehnung an die fotorealistischer Malerei in Reisen quer durch Amerika Orte wie Motels, Parkplätze oder Road Restaurants aufspürt, die inzwischen als eine verschwundene Ästhetik in der amerikanischen Architektur und Landschaftsgestaltung der späten 60er und frühen 70er Jahre gilt und den „amerikanischen Traum“ sensibel in banalen Alltag verwandeln.
Während der 80er Jahre weitete Shore seine Aufmerksamkeit von den urbanen Szenen auf Landschaften aus, die mit extremem Effekten von Licht und Farbe bei der Wahrnehmung von Details und Materialbeschaffenheit die Szenerie beherrschen.
Der seit 1982 am “Photography Department” am Bard College in Annandale-on-Hudson, New York als Fotografieprofessor lehrende Künstler vermittelt seinen Studenten das Wesentliche seiner künstlerischen Philosophie: "A photographer solves a picture, more than composes one".
Charakteristisch für Stephen Shore sind Aufnahmen im Stil der Dokumentarfotografie aber in seiner moderaten subjektiven Sicht und schon früh in Farbe und meist als Einzelfoto. Er steht in der Tradition der Fotografen, die diese sachlich wirkende Art einer persönlichen Fotografie geprägt haben, etwa Walker Evans mit seinen Ende der zwanziger Jahren entstandenen Fotografien von Amerika. Mit diesem unverwechselbaren Stil hat Shore auch die jüngere deutsche Künstlergeneration um Struth und Gursky beeinflusst und erhielt den Kulturpreis 2010 der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh).
Christina Wendenburg




















