LAMBDA FOTOGR. ABZUG, NR: MLV09
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BEING THERE / DIE BEOBACHTENDE KAMERA
Den Landschaftsaufnahmen von Michael Levin haftet eine magische Aura an. Den Bildern wohnt eine kraftvolle Stille inne, die sich in jedem noch so kleinem Detail ermitteln lässt. Diesen Eindruck erreicht der Fotograf in erster Linie mittels langer Belichtungszeiten, wodurch sich statische Objekte wie Stege, Brücken oder Pfähle aufgrund ihrer scharfen Konturen von der sich ständig in Bewegung befindlichen Umgebung abheben. Diese Zivilisationsspuren des Menschen bilden ein Kontrastprogramm zu einer Natur, die sich im Wechsel von Aggregatszuständen zu befinden scheint.
Was sich bewegt – seien es Wolken, Wasser, Seevögel oder gar ein Fischer in Levins an der Amalfiküste entstandener Arbeit „Zebrato“ (2005) – wird reduziert auf die Form einer Schnittmenge. Es handelt sich um die Schnittmenge der räumlichen und zeitlichen Ausdehnung von Körpern und Naturphänomenen innerhalb der Belichtungsdauer. So gelingt es dem Fotografen in seinen einzigartigen Kompositionen ein unzertrennliches Band zwischen Raum und Zeit zu knüpfen. Seevögel (Seven Birds, 2004) werden in dieser Veranschaulichung einer ganz besonderen Zeitlichkeit zu abstrakten Formen am Horizont, denen ein faszinierendes Eigenleben anzuhaften scheint.
Man kann sich gar nicht satt sehen an diesen fantastisch anmutenden Welten, die einem den Eindruck verleihen, sich leibhaftig in einem erhabenen Raum zu befinden, in dem die Naturgesetze außer Kraft gesetzt erscheinen. Die ganz individuelle Ausstrahlung seiner meisterhaft komponierten Szenerien in bestechenden Grauabstufungen hat auch vor dem kritischen Sammlerblick bestand.
David Gärtner
























