PIGMENT PRINT AUF HAHNEMÜHLE PAPIER, NR: MLE17
(vom Künstler ausgewählt)
Motiv: 60 x 76.2 cm
Limitierte Auflagen – daher nur begrenzt verfügbar
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MIXED MEDIA & MODERN AMERICANA
Markus Leiste hat ein feines Gespür für die Verwerfungen in der amerikanischen Kunstgeschichte. Die Serie "Yes, we're open" lebt vom Aufeinandertreffen der Fotografie und grafisch-malerischer Gestaltung. Die Werke bewegen sich auf der Trennlinie zwischen den Künsten und stellen Fragen, die schon von Robert Rauschenberg (1925-2008) aufgeworfen wurden.
Rauschenberg, der wohl vielseitigste und produktivste Künstler der Nachkriegszeit, brachte den Bildbegriff gehörig durcheinander, als er reale Gegenstände des US-Alltags mit Malerei auf Leinwand kombinierte und kurz darauf anfing, Nachrichtenbilder, Produktabbildungen und eigene Fotografien als rohes Material für aufwändige, mehrschichtige Drucke zu verwenden. Diese wurden zu künstlerischen Dokumenten der amerikanischen Zeitgeschichte. Aus diesem "Bildersturm" und den Anstrengungen anderer großer Künstler wie Andy Warhol entwickelte sich die bis heute wirkende amerikanische Pop Art, die sich dem Leben und seinen alltäglichen Erscheinungen vorurteilsfrei und in nie zuvor gesehener Intensität zuwandte.
Markus Leiste lebt gerne in anderen Kulturen. Kalifornien war lange seine Heimat, mit der er sich in den vorliegenden Bildern handwerklich und inhaltlich intensiv auseinander gesetzt hat. Seine Verwendung eines Sofortbild-Transfer-Verfahrens, in das der Künstler malerisch eingreift, verfolgt konsequent einen Grundgedanken des kreativen Umgangs mit technischen Verfahren. Es gilt, das Gegebene zu erweitern, nicht nur mit dem Apparat abzubilden, sondern auch zu hinterfragen. Hier kommen auch Markus Leistes umfassende Studien der Kunstgeschichte und Literatur, sowie seine schriftstellerische Tätigkeit zum Tragen.
Leistes "Photo Paintings" vermitteln auch die Gedanken der Pop Art:
"Mit dieser Serie, werfe ich einen Blick auf die Sprache und Bildwelt der Werbung. Wenn ein Produkt sich aus der Menge absetzten soll, müssen ihm seine Erzeuger eine besondere Erscheinung geben oder es mit einem attraktiven Image umgeben. Dieses erhöht die Chancen deutlich, daß das betreffende Produkt unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht. Von hier ist es ist nur noch ein kleiner Schritt zum Verlangen, das Produkt besitzen zu wollen..."
Hier liegt auch die Erklärung für die seit den 1960er Jahren nicht verblassende Attraktivität der historischen und aktuellen Werke oder Produkte der Pop Art. Die oft verarbeiteten werblichen Inhalte werden von den Mechanismen der Kunstproduktion verwandelt und veredelt, Markenembleme, Schriftzeichen und Alltagsgegentände, vor allem der US-amerikanischen Lebenswelt, beinahe erotisiert und mythisch aufgeladen.
Horst Kloever




















