Brighton Pier VIII - Marine Nyiri
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84,0
112,0
84,0 x 112,0 cm
€ 350,00
LIMITED EDITION, AUFLAGE: 100, SIGNIERT,
LAMBDA FOTOGR. ABZUG, NR: MNY11
42,0
56,0
42,0 x 56,0 cm
€ 120,00
Fertig zum hängen
 
Kaschierung unter Acrylglas
€ 299,00
(vom Künstler ausgewählt)
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Außenmaß: 84 x 112 cm
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Limitierte Auflagen – daher nur begrenzt verfügbar

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Verlassene Vergnügungsorte

Die junge Französin sucht sich bevorzugt Orte an der Peripherie der Zivilisation, die verlassen und ohne Passanten ein Eigenleben führen. Sie dokumentiert Zeitpunkte, zu denen sonst kein anderer Ihr folgen würde. So besucht sie Achterbahnen, Karussells und Autoscooter eines Vergnügungsparks in Brighton in Abwesenheit ihrer Benutzer und dokumentiert deren Verpackungsmaterial mit schmückenden Folien oder ausnahmsweise sorgsam sortierte Reihen von Fahrwägelchen. Mit den verbarrikadierten Kassenhäuschen im Vordergrund wirkt die Szenerie umso kulissenhafter.

Marine Nyiri, die bereits auf dem Pariser Photosalon für ihre Serie der Banlieus, der berüchtigten, als soziale Gefahrenzone verpönten Exil-Vororte, prämiert wurde, sucht in ihren Projekten nach der Seele eines Ortes. Nicht ihre Benutzbarkeit wird angezweifelt, sondern die Möglichkeit eines Verweilens einfach vertagt. Denn gerade in den Momenten dazwischen findet die Fotografin Realitäten, die sonst keiner beachtet und experimentiert mit einem Alltag, der fast wie eine anonyme Skulptur wirkt.

In der Serie über den für Momente pausierenden Vergnügungspark lässt sie die Farben etwa verblassen als ob die Gegenwart zurückweicht, selbst die Spuren die Benutzer hinterlassen haben könnten, werden so förmlich verwischt. Die Objekte befinden sich auf ihren Fotos in ihrem eigenständigen Zeitrhythmus, der keine Zeugen zu dulden scheint. Die Beobachtung und Abbildung einer sozialen Öffentlichkeit oder gesellschaftliche Wirklichkeit bekommt eine ganz neue Bedeutung, denn der Blick wird allein mit dem Ort konfrontiert.

Marine Nyiri wird zur Regisseurin eines Sets, dessen Darsteller womöglich neu besetzt werden müssen und zugunsten der Szenerie kurz verbannt sind. Damit verändert die Fotografin unseren Blick, die gesamte Wahrnehmung der Orte auf unspektakuläre aber umso wundersame Weise und kämpft um deren Anerkennung.

Christina Wendenburg

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