LAMBDA FOTOGR. ABZUG, NR: IKE05
Limitierte Auflagen – daher nur begrenzt verfügbar
- Flora
- Netze
- Einführung
- Vita
- Ausstellungen
- Publikationen
- Links
LIEBE ZUM DETAIL
Ingrid Kerns "Dia-Gramme" tragen den Genius der Frühzeit der Fotografie in sich. Die Lust, im Alltäglichen Strukturen zu entdecken, herauszuarbeiten und diese sichtbar zu machen, oft zu vergrößern, um besondere Details und Regelmäßigkeiten herauszuarbeiten – diese Merkmale und Qualitäten finden sich in den fotografischen Experimenten des späten 19. Jahrhunderts und in den "Dia-Grammen". Diese sind aber ganz der heutigen Zeit verbunden, ihre Farbigkeit und Lebendigkeit ist Fortschritt gegenüber den eher wissenschaftlich angelegten Aufnahmen von Ingrid Kerns Ahnen, die mittlerweile in die Geschichte der Fotografie eingegangen sind.
Ein wesentliches Merkmal teilen sich die "Dia-Gramme" mit ihren Vorgängern: Der Bildraum wird auf eine Ebene reduziert. So können sich die Muster der Natur oder solche, die von Menschenhand entworfen oder geschaffen wurden, ausbreiten. Die teils sehr komplexen Strukturen werden lesbar. Ingrid Kern rythmisiert in ihren Arbeiten Flächen auf einzigartige Weise, teilt diese genau in Zonen der Bewegung und Ruhe ein und stimmt die Ton- und Farbwerte fein aufeinander ab. Jedes Detail kommt so zu seinem Recht.
Der Verzicht auf den oft beherrschenden Fotoapparat fördert Bilder zu Tage, die den ursprünglichen Ideen der fotografischen Kunst sehr nahe sind. So fasst Ingrid Kern das von ihr gewählte organische oder handwerklich hergestellte Gewebe zwischen Glasplatten und projiziert es direkt auf lichtempfindliches Material, ohne den Umweg über die Kamera zu gehen.
Es gilt, die Schönheit der Welt auf unkomplizierte Weise zu erfassen und direkt zu vermitteln – worin Ingrid Kern als Könnerin gelten darf, auch wenn sie nicht "vom Fach" ist: Ihr eigentlicher Beruf ist die Innenarchitektur, aber, wie sie selbst sagt: "Wer ein Gefühl für Räume hat, weiß auch Flächen zu gestalten." So hat sie es in mehreren Feldern zur Meisterschaft gebracht, die in jeder Faser der von ihr in den "Dia-Grammen" gestochen scharf abgebildeten Pflanzen und Gewebe steckt.
Horst Kloever




















