LAMBDA FOTOGR. ABZUG, NR: HUL52
(von unseren Kuratoren ausgewählt)
- Selection
- Einführung
Die Legende erzählt von zwei reichen amerikanischen Reitstallbesitzern, die eine 25tausend-Dollar-Wette darüber abschlossen, ob ein Pferd an einem Punkt des Galopps mit allen vier Hufen in der Luft sei oder nicht. Zum Beweis bedurfte es der Chronographie, eines Verfahrens zur synchronen Darstellung von Bewegungsabläufen, an dem unter anderem Edweard Muybridge (1830-1904) arbeitete. Mit Landschaftsaufnahmen des wilden Westens hatte er sich einen Namen gemacht, hatte im Auftrag der amerikanischen Regierung fotografisch das von Russland für 7,2 Millionen Dollar neu erworbene Territorium Alaskas erkundet und gefeierte Bilder des Yosemite Nationalparks geschaffen. Aber erst die Chronofotografie sollte ihm unwiderruflich einen Platz in der Fotogeschichte sichern. Mit 12, später 24 nebeneinander aufgestellten Kameras, die beim Vorbeilaufen durch Fäden automatisch ausgelöst wurden, fixierte er die Bewegungsstudien in einer Bildreihe. 1887 publizierte er sein Hauptwerk Animal Locomotion.Muybridges Werke, wie die seines französischen Kollegen Étienne-Jules Marey, gehören schon in den Grenzbereich des Films. „In der nicht allzu fernen Zukunft wird man Instrumente konstruieren, die nicht nur sichtbare Handlungen gleichzeitig mit hörbaren Worten reproduzieren, sondern man wird eine ganze Oper, mit allen Gesten, Gesichtsausdrücken und Gesängen der Schauspieler sowie der Begleitmusik aufnehmen und mit Hilfe eines Gerätes reproduzieren“, schrieb Muybridge 1899 prophetisch in seinem Werk Animals in Motion – „und das zur Erbauung und Belehrung eines Publikums, lange nachdem die Mitwirkenden gestorben sind.“




















