"Spiegel-Spielerei" - Auguste Belloc
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59.4
109.5
58 x 108.1 cm
€ 235,00
OPEN EDITION,
LAMBDA FOTOGR. ABZUG, NR: BPK09
35.6
48.6
19 x 32 cm
€ 65,00
Fertig zum hängen
 
Schattenfugenrahmen
€ 199,00
Schattenfugenrahmen
Kanadischer Ahorn braun
(von unseren Kuratoren ausgewählt)
4.2
Außenmaß: 63,60 x 113,70 cm
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  • Selection
  • "Spiegel-Spielerei"
  • Einführung
  • Vita

Geboren im in Paris, vollzog Auguste Belloc (1800-1867) einen klassischen Weg zur Fotografie. Er arbeitete künstlerisch als Miniaturist und begeisterte sich schnell für die Fotografie, als diese im Jahre 1839 in seiner Heimatstadt als Geschenk an die Völker der Welt öffentlich Präsentiert wurde. Belloc sah ihr Potential und erkannte, dass sie die Miniaturmalerei als erstes massiv zurückdrängen würde. Sein Ehrgeiz richtete sich auf eine Perfektionierung des Mediums, indem er sich um das bahnbrechende Kollodium-Nassplatten-Verfahren mit Glasnegativen bemühte. Als die Technik unter dem Namen seines britischen Kollegen Frederick Scott Archer 1851 als „Archerotype“ in die Geschichte einging und die früheren Verfahren der Kalotypie und Daguerreotypie ablöste, zeigte sich Belloc als guter Verlierer. In seinem Studio am Boulevard Montmartre 5 spezialisierte er sich auf Porträts und Akte. Umtriebig unterrichtete er die gängigen Techniken der Fotografie, beteiligte sich an der Weltausstellung im Londoner Kristallpalast und publizierte Lehrbücher und war Gründungsmitglied der Societé Francaise de Photographie.
 
 
Stereoskope Aufnahmen
 
Nur wenige Jahre nach der Erfindung der Fotografie machten sich Forscher daran, den seit Euklid (4.Jh. v. Chr.) bekannten Zusammenhang zwischen Augenabstand und räumlichem Sehen bei der Nutzung des neuen Mediums zu berücksichtigen. Nachdem Charles Wheatstone 1838 das erste Gerät zur Betrachtung zweier geringfügig versetzter Teilbilder konstruiert hatte – er nannte es Stereoskop –, erfand ein Jahrzehnt später David Brewster eine Kamera mit zwei parallelen Objektiven zur Aufnahme von Fotografien mit 3D-Effekt.Dass man die optische Täuschung perfektionieren, nicht nur verblüffend detailgenaue Formen, sondern auch den räumlichen Eindruck vermitteln wollte, ist leicht nachvollziehbar. Und so ist es geradezu eine Zwangsläufigkeit, dass mit der Zweidimensionalität auch gleich noch ein anderes Manko der Fotografie beseitigt wurde: die fehlende Farbigkeit. Da die Erforschung von Farbverfahren jedoch noch in den Kinderschuhen steckte, behalf man sich damit, die schwarz-weißen Aufnahmen zu kolorieren. Das verleiht vielen frühen stereoskopen Bildern diesen besonderen Reiz verblasster Pastelle. Endlich ließ sich das menschliche Sehen perfekt simulieren. Geboten wurden nicht mehr nur nebeneinander liegende graue Flächen, die man sich aufgrund der eigenen Seherfahrung räumlich denken konnte, sondern eine wirklich dreidimensionale Wahrnehmung. Farbige Körper im Raum. Der weibliche Akt wurde zu einem der bevorzugten Genres. Mit diesen Bildern konnten die Fotografen vor ihren Maler-Kollegen auftrumpfen und die „Überlegenheit“ ihres Mediums deutlich vor Augen führen: stilistisch auf der Höhe der Zeit, in den Details weitaus präziser als jedes Gemälde, in der Farbbehandlung wiederum sehr malerisch und das Ganze auch noch mit einem Effekt versehen, der manchen dazu veranlasst haben wird, seine Hand nach dem Motiv auszustrecken.

Dr. Boris von Brauchitsch

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