LAMBDA FOTOGR. ABZUG, NR: ABB03
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BONNEVILLE SPEED WEEK
Henry Ford wäre einfach stolz. Seine Modelle T, A und B, die von 1908-1934 zig Millionen Mal vom Band rollten, sind heute der Kristallisationspunkt automobiler Fantasien vieler Amateurrennfahrer.
Über die spiegelglatte Oberfläche der Salzebene von Bonneville, Utah, USA, rasen während der Speed Week jeden August aufpolierte Roadster und so genannte Hot Rods, die mit den originalen Ford-Modellen nur noch die äußere Form gemein haben. Die Technik, die in den teils fantastisch anmutenden Vehikeln für enorme Beschleunigung und Geschwindigkeit sorgt, ist allerdings nicht von gestern. Die Hot Rods sind echte Rennwagen, die Tradition des Hot Rodding, also der Bau von Rennwagen aus Straßenfahrzeugen und deren Ausstattung mit Hochleistungsmotoren, reicht bis in die 1940er Jahre zurück. Es ist ein Lebensstil, der sich in den zum Teil aberwitzigen Konstruktionen Ausdruck verschafft. Vor allem das 1932er Ford Model B "Deuce Coupe" ist zu einer Ikone der Hot Rods in einer seiner reinsten Formen geworden.
Vielleicht liegt der Reiz, auch heute noch endlose Stunden an den Oldtimern zu schrauben, sie leichter zu machen und tiefer zu legen, die V8-Motoren zu frisieren und Teile nachzufeilen, darin, dass zwischen einer eckigen Auto-Urform und einem aerodynamischen Rennwagen Meilen liegen. Und auf den Meilen von Bonneville gilt es mit den Hot Rods Geschwindigkeiten von über 200 Stundenkilometern zu erreichen.
Die Fahrer und Zuschauer packt während der Rennen das "salt fever", Salzfieber, so wie auch den Hamburger Fotografen Alexander Babic. Die automobilen Unikate hat er in seinen Bildern perfekt eingefangen. Er zeigt die Meisterwerke amerikanischer Autobaukunst im abstrahierenden, fantastisch anmutenden Licht der Salzwüste, kurz vor oder nach den Versuchen ihrer stolzen Fahrer und Konstrukteure, auf schnurgerader Strecke Geschwindigkeitsrekorde zu brechen. Die Automobile wirken wie phantastisch veredelte Sammelstücke und sind wie moderne Skulpturen in Szene gesetzt. Jedes Exemplar zeigt seinen eigenen typischen Charakter und spiegelt so die Persönlichkeit seines Konstrukteurs.
Babic beschreibt einen wunderbar verspielten Aspekt der amerikanischen Lebensart, der sich aus positiver Energie, Glaube an die Technik und Liebe zum extravaganten Detail mischt.
Horst Kloever
























