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Als sie sich mit Karl Hugo Schmölz, den sie 1956 geheiratet hatte, zu einem der erfolgreichsten Fotoateliers des Rheinlandes zusammenschloss, konnte Walde Huth bereits auf eine Karriere als Porträt-, Theater- und Modefotografin zurückblicken. Nach einem Studium der Fotografie in Weimar bei Walter Hege, einem der führenden Kunst- und Dokumentarfotografen seiner Zeit, eröffnete sie nach Kriegsende mit 28 Jahren ihre eigene „Künstlerische Lichtbildwerkstätte“. Diese Bezeichnung für ihr Studio war Programm, denn Walde Huth verstand sich als Künstlerin mit hohem handwerklichen Anspruch und auch der ins Deutsche übertragene Begriff für Fotografie, macht noch deutlicher, dass es ihr tatsächlich darum ging, „Lichtbilder“ zu schaffen. Ätherisch, durchscheinend und durchflutet von Helligkeit erscheinen ihre Aufnahmen in pastelliger Farbigkeit. Das elegante Paris und das mediterrane Florenz boten zunächst die perfekte Kulisse für ihre Modeaufnahmen und bald schon genoss sie durch die Frische und Spontaneität ihrer Auffassung, die sie sich auch bei der Arbeit im Studio bewahrte, internationale Beachtung. Wie freigestellt, wie herausgelöst aus häuslicher Umgebung oder festlicher Gesellschaft und nur ergänzt durch sparsame Accessoires, büßen die Modelle, die fast stets den Blickkontakt mit dem Betrachter suchen, nichts ein von ihrer Lebendigkeit. Walde Huths Modelle sind zweifellos mehr als attraktive Kleiderständer, und der ursprüngliche Wunsch der Fotografin, Schauspielerin zu werden, findet in den kleinen Temperaments- und Charakterskizzen, die ihre Modefotos fast immer mitliefern, eine Art Nachklang.


Dr. Boris von Brauchitsch

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