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Schnittige Flitzer und flotte Designs
Würden sie uns noch in ihren Bann schlagen, mit ihrer areodynamischen Form betören, wenn sie nur weiß gestrichen wären, die schnellen Flitzer, die auf den Rennstrecken der Welt um die begehrten Titel buhlen? Würden sie den Gegner einschüchtern als farbloser Körper? Würde das Autorennen unzählige begeisterte Anhänger noch so in Atem halten?
Diesen Fragen geht der preisgekrönte Kommunikationsdesigner Sven Voelker gemeinsam mit dem Fotografen Kay Michalak in der konzeptuell angelegten Fotoserie Go Faster nach. Viele der Arbeiten sind schon in Buchform erschienen und haben wider Erwarten ein großes Publikum gefunden. Autoliebhaber, Designer, Grafikdesigner und jeder mit Erinnerungen an eine kindliche Leidenschaft für schnelle Autos begeistert sich für das ungewöhnliche Projekt der beiden Künstler.
Als „Kriegsbemalung“ wurden in den Siebziger Jahren die Flächen, Streifen und Punkte auf den schnittigen Schlitten bezeichnet. Erst durch ihr grafisches Design wirkten sie gefährlich, bekamen die Ausstrahlung potentieller Sieger. Auf aerodynamisch geschnittenen Karosserien erscheinen zunächst anarchische Muster, später die Logos der Sponsoren. Bunt und schreiend musste es zugehen, damit ein Auto auffiel und auf die Titelseiten kam: als der schönste und schnellste Wagen der Saison.
Voelker ist fasziniert von der Schnittstelle, an der die Zweidimensionalität des Grafikdesigns auf die Dreidimensionalität des Autokörpers trifft. Über hundert alte Modellautos hat er gesammelt, und Michalak hat sie fotografiert. Viele davon tragen die originalen Grafiken. Danach wurden sie mit weißer Farbe besprüht und erneut fotografiert. In der Fotoserie wird der farblose Wagenkörper seinem bemalten Zwilling gegenübergestellt. Wie sehr lassen erst die Race Stripes die Rennwagen unwiderstehlich erscheinen, wie sehr erzeugen erst die farbigen Flächen den Geschwindigkeitsrausch! Dabei sind die Designs oft ungelenk und in der frühen Zeit des Rennsports ohnehin von Laien gemacht: umso überraschender ihre Wirkung. Davon zeugen die beeindruckenden fotografischen Studien von Sven Voelker und Kay Michalak.
























