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Homework
Hinter „Studio Job“ verbergen sich die beiden Designer Nyke Tynagel und Job Smeets, die sich bereits während des Studiums an der Design Academy Eindhoven kennenlernten und seit 2000 zusammen arbeiten. Inzwischen gehören sie zu den international gefragtesten Designern. Bevorzugt arbeiten die beiden mit überdimensionalen, fast märchenhaften Formen von Alltagsgegenständen und verwenden eher ungewöhnliche Materialien wie Bronze oder vergoldete Oberflächen. Die aktuellen Fotoserien übernehmen die Originalgrößen ihrer Werke und führen damit konsequent das Konzept weiter, nachdenklich-elegante „Portraits“ vom Industriedesign des 20. Jahrhunderts zu schaffen.
Aufträge für exklusive Firmen wie Bisazza und Swarovski zeigen ihre typische Formensprache, die oft fröhliche Motive mit der subtilen Ironie „des Größenwahns“ verbindet. „Häusliche Totems“ nennen sie ihre Skulpturen der Kollektion „Homework“, bei denen sie souverän mit der Proportion von zumeist stark vergrößerten Objekten des Alltags wie Kannen oder Kochtöpfen spielen. Hier ist nichts handlich, sondern bewusst schwer und ornamental, die Dingwelt wird zur Kunstwelt.
Ihre „Tower“ nutzen historisches Geschirr der ältesten niederländischen Keramikmanufaktur Royal Tichelaar Makkum für eine amüsante neue Version der im späten 17. Jahrhunderts unter Monarchen und Adligen beliebten Tassen und Kannen. Aufeinander gestapelt erzählen sie eine humorvolle Geschichte des Tischdekors. Dagegen ist die Farmserie mit bronzenen Melkschemeln und Milchflaschen eine Hommage an ländliche Idylle. Die den Industriebaronen gewidmeten Bronzeskulpturen der Serie „Robber Baron“ komponieren unter anderem imposante Gebäude und Skyscraper zu einem Lampenobjekt, umhüllt von goldfarbenen Wolkenkränzen oder eine Fabrik samt Rauchschwaden zu einem eindrucksvollen Tisch.
Ihre Zukunft sehen die beiden Gestalter in einem Kontext jenseits des Designs und bewiesen in den letzten Jahren mit ihren immer aufwändigeren Installationen in Designgalerien oder Museen ihre künstlerischen Ambitionen. Vorbild ist für sie die angewandte Kunst des 17. Jahrhunderts mit ihrer Produktion von limitierten Editionen oder Einzelstücken. „Für uns ist die kreative Seite des Ausdrucks das Wichtigste und nicht, ob es auch aus kommerzieller Sicht ein Erfolg war. Wir haben daher für uns entschieden, vor allem Einzelstücke zu machen und nicht in die industrielle Produktion zu gehen. So können wir jedes Objekt wählen, das uns gefällt“, meint Job Smeets. Neueste Arbeiten im Bereich des Möbeldesign verwenden Intarsien aus der Ikonographie und Symbolwelt von Industrie, Botanik und Handwerk zu einem virtuosen und höchst präzisen Flächenspiel. Diese Archetypen und Klischees sind für Studio Job eine universelle Sprache, um die zukünftige oder gegenwärtige Situation zu reflektieren - ihr Ideenkonzept schlägt die Brücke vom Design zur Skulptur.
Christina Wendenburg
























