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Statt vor Brot, Wein und einem Lammbraten sitzt die Partygesellschaft des Jüngsten Gerichts vor einem unentwirrbaren Kabelsalat. Und statt existentieller Betroffenheit angesichts eines bevorstehenden Verrats herrscht Belustigung über die unentwirrbare Konfusion, die über den Tisch quillt. Die spirituelle Verbindung der Apostel ist durch eine virtuelle ersetzt, die jedoch zur allgemeinen Erheiterung vorübergehend gestört scheint. Zeitgemäße Kommunikation mit allen ihren Farcen und Facetten wird mit den Mitteln moderner Computertechnologie in den Arbeiten des Künstlerpaars Horvat Miha (*1976) und Metka Golec (*1972) aus Maribor anschaulich. Das in Wien lebende Duo arbeitet seit dem Jahr 2000 unter dem Namen son:DA zusammen und reflektiert mit einem satten Schlag Ironie die Spaß- und Mediengesellschaft in Performances, Installationen und Computergrafiken. Das Dasein ist ausgerichtet auf Bildschirme, Speichermedien und Telefone, ohne die eine Existenz nahezu unvorstellbar geworden ist. Ständige Erreichbarkeit und ständige Verkabelung machen die Protagonisten in den Arbeiten von son:DA verfügbar und abhängig. Aber sie sind gut informiert und selbstbewusst, denn sie sind kritische, mündige Bürger und wollten es gar nicht anders. Alles ist zur Zufriedenheit perfektioniert. Die Zimmerdecke des Raums ist längst der liegenden Position seines Bewohners angepasst, der außer Bett und Computer nichts mehr braucht. Aber auch hohe Wände lassen sich selbstverständlich sinnvoll nutzen – sie werden dicht an dicht angefüllt mit immergleichen Steckdosen, denn dass ist es schließlich, was die moderne Zivilisation ausmacht: jeder hat die Wahl, sich frei für seine Steckdose zu entscheiden. Globale Vernetzung und Informationsgesellschaft werden mit ihren eigenen Mitteln fokussiert. Dadurch entwickeln die Zeichnungen jener netten, glücklichen Menschen in ihren idealen, sauberen Heimen eine subversive Energie. Die Protagonisten selbst verwandeln sich in virtuelle Gestalten, in Produkte des Grafikprogramms, in dem sie umgarnt vor den modernen Fetischen der Kommunikation an allem Zweifeln außer an ihrem freien Willen.

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