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Reinhard Stangl – Die Bar als Bühne
Farbwelten sind Reinhard Stangls Passion und ihre satte Vielfalt kostet er in seinen Bildern opulent aus. So kann das Interieur seiner malerisch inszenierten Künstlerbar durchaus mit den Wänden einer Galerie konkurrieren. Vorbild für dieses Ambiente ist Reinhard Stangls eigene favorisierte Künstlerbar: die Berliner Paris-Bar. Hier finden sich Werke von Julian Schnabel, Daniel Richter oder Markus Lüpertz und unzähligen weiterer internationaler Künstler in extrem dichter Hängung. Stangl inszeniert in seiner Malerei nicht nur diese Atmosphäre, stellvertretend für ähnliche Treffpunkte an internationalen Metropolen aus, sondern taucht sie auch in extreme Farben. Ein illustres Publikum bevölkert die Plätze an Tischen und Tresen, wobei die Szenerie von einer intensiven Rot- bis Orangepalette bestimmt ist. Diese locken leuchtend als „Bild im Bild“ und beherrschen die Kleidung der porträtierten Personen als Blickpunkte. Statt markanter Gesichter sind die Personen vor allem durch Geste und Bewegung charakterisiert.Stangl zelebriert somit eine von Malerei belebte Welt, als wären die Bilder aus unserem Alltag nie mehr weg zu denken. So macht er neugierig auf ein lebendiges Miteinander von Kunst und Leben.Die atemberaubende Gleichzeitigkeit von Ereignissen bestimmt sein spektakuläres Panoramabild mit dem Titel „City Splash“. Hier fluten Ein- und Ausblicke – hinein in die Bar und hinaus auf die Straße - expressiv ineinander. Stangl zeigt in einer atemberaubenden Abfolge verschiedene Generationen: junge Teenager im Getümmel einer Techno-Tanzszene und gleich im Nebenraum findet sich gestikuliert ein gut situiertes Barpublikum. Einige Personen haben sich grübelnd an Tische zurückgezogen und wirken am Bildrand eher vereinzelt und isoliert. Der Betrachter wird zum Zeugen eines typischen Großstadtszenarios mit einer Mischung unterschiedlichster gesellschaftlicher Schichten. Vorbild waren für den in Berlin-Kreuzberg ansässigen Künstler nicht nur Ereignisse in seinem eigenen Kiez, sondern bunte Eindrücke verschiedenster Stadtteile.Stangl montiert und verdichtet in seiner Malerei Begebenheiten des nächtlichen Amüsierbetriebs aus Streiflichtern, die er hier in ein breites rhytmisches Zusammenspiel - gleich einem Filmszenario ausbreitet. Ganz ohne Schatten, dafür aber in starken Farbkonturen ist seine Malerei vor allem eine intensive Palette seiner Emotionen, die sein gesamtes Werk kennzeichnen.
| 1950 | geboren in Leipzig, Deutschland |
| Lehre zum Filmkopierer, Reprofotografen, Bühnenhandwerker | |
| 1972-1977 | Studium der Malerei an der Hochschule für Bildende Künste, Dresden, Deutschland |
| 1989 | 1. Berliner Sommerakademie, Mitbegründer und Dozent, Berlin, Deutschland |
| 1990 | Gastprofessur an der Hochschule der Künste, Berlin, Deutschland |
| 1993 | Gastprofessur bei Pentiment, Hochschule für Gestaltung, Hamburg, Deutschland |
| 1995 | Gastprofessur an der Hochschule der Künste, Berlin, Deutschland |
| 1997 | Leitung der künstlerischen Gestaltung, Kunsthalle Luckenwalde, Deutschland |
| 1997 | Vorsitzender des Kunstfördervereins Kunsthalle Luckenwalde, Deutschland |
| lebt und arbeitet als freischaffender Künstler in Berlin, Deutschland |
Auszeichnungen (Auswahl)
Kunstpreis der VEAG, 2002
Kunstpreis der DRAGOCO-AG, 1996
Erster Preis, Denkmal für die ermordeten Juden Europas, 1995
Stipendien (Auswahl)
Stipendium der Villa Serpentara, Rom, Italien, 1992
Stipendium des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, Deutschland, 1986
Ausstellungen (Auswahl)
| 2012 | Kittelschürze 2.0 und Fluch, Ausstellung, St. Petri, Lübeck |
| 2010 | Breakthrough - Projekt, 10 Berliner Künstler, John-Seigenthaler-Center, Washington D.C., USA |
| 2010 | Der schöne 5. August, Galerie Leo.Coppi, Berlin, Deutschland |
| 2010 | Breakthrough - Projekt, Edison-Place Gallery, Washington, Aspen-Institute, USA |
| 2009 | Landesmuseum Oldenburg, Deutschland |
| 2008 | Nacht und Tag, Galerie Leo.Coppi, Berlin, Deutschland |
| 2008 | Kunstverein Regensburg, Berliner Luft, Regensburg, Deutschland |
| 2007 | Salao de Arte, Hebraica, Sao Paulo, Brasilien |
| 2007 | Galerie Pomone, Lutry, Schweiz |
| 2007 | Der Fluch des Renegaten, San Lorenzo arte, Poppi, Italien |
| 2002 | Deutsch-Georgische Gesellschaft, Tiblissi, Georgien |
| 1998 | 100 Jahre Kunst im Aufbruch, Kunsthalle Bonn, Deutschland |
| 1996 | Trois artiste Berlinois, Carré Saint Anne, Montpellier, Frankreich |
| 1986 | Malstrom, Haus am Waldsee Berlin, Kunstverein Mannheim, Galerie Achenbach Amsterdam |
Bücher/Kataloge (Auswahl)
Reinhard Stangl: Bilder - Paintings, 1996 - 1999, Edition Rothes Haus, Schwetzingen, 1999
Reinhard Stangl: Nacht - Bilder, Edition Kronenberg, Berlin, 1996
Reinhard Stangl: Bilder von Landschaften 1990 - 1995, Edition Kronenberg, Berlin, 1996
Reinhard Stangl: L´art pour l´art - Bilder und Zeichnungen, Galerie Seyfferth Stahl, Berlin, 1995
























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