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Stadthorizonte als Fiktion
Die Stadtansichten des Malers Peter Ruehle strecken sich in einem schier endlosen Panoramaformat. Perfektionistisch gemalt, konzentrieren sich dicht aneinandergereihte Gebäude entlang einer Horizontlinie. Wie an einem Filmstreifen wird der Betrachter entlang der Stadtsilhouette europäischer Metropolen geführt.
New York, Wien, Venedig, Rom, Florenz, Paris oder Berlin in neuen, ungewohnten Ansichten. Zunächst fallen bekannte Gebäude und Denkmäler auf, doch auf den zweiten Blick ist eine Synthese aus Realität und Fiktion zu entdecken.
Mit akribischem Pinselstrich hat der Künstler Urbanität als breites Band entwickelt. Dabei sind seine Bilder Visionen aus Vorhandenem und Zukünftigem, Bekanntem und Unbekanntem. Museal anmutende Prachtbauten werden ergänzt durch unbekannte Türme, Kuppeln und Solitäre. Aus einer auf den ersten Blick scheinbar identifizierbaren Stadt wird ein universelles Zusammenspiel von kosmopolitischem Flair.
Dem gängigen Genre der historischen Stadtvedute, welches möglichst wirklichkeitsnah funktionierte, setzt Peter Ruehle die Fantasie des Betrachters entgegen und zeigt uns ein Stadtmodell der besonderen Perspektive. Stück für Stück beginnt das Auge abzutasten, was es nicht sofort verorten und identifizieren kann. In atmosphärisch aufgeladenen Farbabstufungen setzt Peter Ruehle schmale Bandstreifen hintereinander, auf denen die Häuser sich breit nebeneinander strecken, anstatt sich dicht hintereinander zu staffeln. Kein sattes markantes Fundament, sondern eine schwebende Idealperspektive dehnt sie vor unseren Augen aus.
Dynamik und Wandel bestimmt seine Ästhetik, die als Synthese der modernen Stadt gelten kann. Aus einem Netzwerk globaler urbaner Ideen extrahiert er seinen persönlichen Blickwinkel auf urbane Silhouetten. Letztendlich entsteht eine neue Charakteristik der Stadt im Aufbruch; wieder erkennbar aber doch verwandlungsfähig.
Christina Wendenburg























