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Traumlandschaften
Der Franzose Michel Rajkovic ist ein Perfektionist in der langen Recherche und Auswahl der Orte für seine emotionsgeladenen Landschaftsfotografien.
2008 bekam er dafür den ersten Preis beim „Prix de la Photographie Paris“. Immer wieder findet er Situationen, die magische Momente in Morgen- oder Abendstunden beschreiben. Dabei gelingt es ihm den Charakter von traumhaften Sequenzen zu verstärken, indem er durch Langzeitbelichtungen Wasseroberflächen glättet, Wolkenformationen beruhigt und dehnt und Horizontlinien betont.
Er lässt unseren Blick sanft gleiten, wie bei dem förmlich auf einem See schwimmenden Bootssteg, dessen Pfähle längst komplett im Wasser eingesunken sind. Rajkovic komponiert in seiner Schwarz-Weiß Fotografie atmosphärisch aufgeladene Landschaften, die teils auch von weichen Nebelschwaden durchzogen sind und verzauberte Augenblicke des Erscheinens und Auftauchens zelebrieren. So wirkt die historische Seebrücke mit ihrem Pavillon aus bizarren Eisenkonstruktionen merkwürdig schwebend. Denn ihre Stützen scheinen statt im Wasser verankert zu sein, zart in Watte gepackt worden.
Das Zusammenspiel von Himmel und Wasser, Landschaft und Horizont ist zeitlich wie optisch von sanften Übergängen gekennzeichnet. Rajkovic beherrscht das fotografische Phänomen alles in der Schwebe zu halten. Seine Fotos verzichten auf dramatische Wolkenformationen oder spektakuläre Panoramakulissen und zelebrieren stattdessen leicht gedehnte Situationen, die Zeit für ein Innehalten lassen. Mit wunderbaren Zwischentönen und Grauabstufungen entdeckt der Fotograf in Uferlandschaften oder den in Morgennebel eingebetteten Felsformationen eine harmonische Ruhe und verhaltenen Umgang mit Zeit und Raum. Der Blick kann bis in die weite Ferne abschweifen und die Zeit scheint sich in Rajkovics Traumlandschaften unendlich langsam zu entwickeln als ob wir einem ewigen Naturschauspiel beiwohnen.
Christina Wendenburg
























