Maurice Scheltens

Maurice Scheltens

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Der holländische Fotograf Maurice Scheltens entwirft Stilleben, die zugleich hyperrealistisch und völlig künstlich wirken. Objekte aus der Welt des Kommerz, Mode und Design werden aus ihrem ursprünglichen Umfeld herausgerissen und in eine neue Umgebung gesetzt, wobei sie oft unbehaglichen Bedingungen ausgesetzt sind. Ausgeschnittene Bilder von Früchten, Gemüse und Pflanzen baumeln, auf anderen Objekten balancierend oder alleine, an Schnüren vor einem monochromen Hintergrund. Sie sind zu einem dreidimensionalen Arrangement zusammengehängt und angeordnet, der holländische Stilleben aus dem 17. Jahrhundert ins Gedächtnis ruft.



Scheltens hat sich seit seinem Abschluss in Fotografie an der Royal Academy of Fine Arts in Den Haag, Niederlande, 1995, auf Fotografien von Stilleben konzentriert. Wesentlich für seine Arbeit ist der Ablauf im Studio, in dem er seine Arrangements konstruiert. So wie ein Grafik Designer oder Maler Schicht für Schicht anbringt, so verschiebt Scheltens unaufhörlich Dinge und fügt akribisch Einzelteile zusammen, um eine absichtliche und ausgeglichene Komposition zu schaffen. Er entscheidet sich oft, die Materialität des Prozesses aufzudecken. Tesafilmstücke, sichtbare Längen von Angelschnur und Zahnstocher werden nicht retuschiert, sondern als Hinweis auf die zeitraubende Handarbeit belassen. Diese ´imperfekten` Kleinigkeiten machen den eigentlichen Paradox in Scheltens Arbeiten deutlich. Obwohl jede einzelne Komposition unglaublich kontrolliert ist, lassen sie Raum für das Unechte und das Fiktive. Auch wenn die äußerst stilisierten und verführerischen Stilleben wirken, als ob sie sich in der perfektionistischen Welt von Mode und Kultur, auf die sie sich verweisen wohlfühlen, so legen sie doch die künstliche, gestellte Beschaffenheit dieser Welten bloß.



Scheltens zieht es absichtlich vor, in beiden Bereichen der angewandten und der hohen Kunst zu arbeiten und diese als gegenseitigen Nährboden zu verwenden. Er entlehnt der Bildersprache von Mode, Werbung und holländischer symbolischer Malerei die Bedeutsamkeit von Formgebung und Kommunikation, aber setzt diese als Hilfsmittel ein, bestimmte Arten des Betrachtens zu untersuchen. Abgeschnitten von ihrer vertrauten Umgebung von Richtlinien und Bedeutungen stellt Scheltens seine realen Objekte und ausgeschnittene Formen in inszenierte, illusorische Bezugssysteme. Dadurch veranlasst er uns, über die anerkannten und üblichen Codes der visuellen Kultur nachzudenken und zeigt uns wie einfach es ist, in den verführerischen Bann zu fallen, den Objekte heutzutage für uns bereithalten.

1972geboren in Apeldoorn, Niederlande
1988 - 1991Polytechnische Modeschule, Den Isselborg
1991 - 1995Royal Academy of Arts, The Hague, Niederlande
lebt und arbeitet in Amsterdam and Paris



Ausstellungen (Auswahl)

2006Foresight, Kunstverein Augsburg
2005Bouquet Series, Galerie Martin van Zomeren, Amsterdam
Natura Artis Magistra, Artproject for zoo, Amsterdam
Nominee Discovery Award, Rencontres-Arles
Shift, Quartair, Den Haag
2004l’Insensé Pays-Bas, Louis Vuitton, Tokyo
Printed Matter, Galerie Martin van Zomeren, Amsterdam
2003l’Insensé Pays-Bas, Colette, Paris
Einzelaustellung, Galerie 2RC, Rome
Snippets, Museum of Modern Art, Arnhem
Passion for Pose, Frisia Museum, Spanbroek
2002Fridge, Gallery Fraich Attitude, Paris
Guesteditor for Catalogue Magazine, UVA, Amsterdam
Einzelausstellung, Fashion / Photography Festival, Hyeres
2001Dutch Touch, Gallery 2RC, Rome
Dutch Open, Patrionaat / Fietsznfabriek, Haarlem
2000Eclips / O Solo Mio, W139, Amsterdam
1999Selected for Fashion / Photography Festival, Hyeres
Now tm, Fargfabriken, Stockholm
Shopping For Bags, Nijmegen
Tegenlicht, Paraplufabriek, Nijmegen
Next Image, Stedelijk Museum, Amsterdam
1998Dutch Design Dead, Lace, Los Angeles
Raw Skin, Nederlands Foto Instituut, Rotterdam
Fish & Ashtrays, Gallery Exedra, Hilversum
1997Direct Hit, Gallery 2.5 / 4.5 and A.C.F.



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