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Martin Parr, 1952 in Epsom, Surrey geboren, entwickelt sein Werk ganz in der Tradition der englischen Dokumentarfotografie, die er mit Humor und Ironie versetzte. Als „unbestechlicher Beobachter der Sitten und Gebräuche des Menschentieres” konzentriert er sich insbesondere auf die Lebensart, die Verhaltensweisen, den Geschmack, die Stereotypen und die Banalitäten der britischen Middle Class (und ihres Middle Taste). Die Ereignisse, die er fotografiert, haben nichts Außergewöhnliches, Martin Parr fotografiert das Alltägliche: „Mich fasziniert der gewöhnliche Alltag.“ Es sind „idiotische“ Szenen, die keine andere Bedeutung haben, als festzuhalten, was in einem Augenblick gerade vor sich ging.

Parrs Fotografien geben oft Anlass zu polemischen Auseinandersetzungen im Spannungsfeld zwischen Trick, Hohn oder Genie. Auf alle Fälle verbreitet Parr mit leichter Hand einen unterkühlten und schneidenden, also typisch englischen Humor. Er erfasst die Widersprüche, Schwächen, Lächerlichkeiten und Gemeinheiten der Situationen, die er fotografiert. Die Leichtigkeit, mit der er die intimen Codes oder die Klischees des Alltags erfasst und entlarvt, macht ihn zu einem äußerst kritischen Beobachter.

"Wenn die Leute beim Betrachten meiner Bilder gleichzeitig weinen und lachen, dann ist das genau die Reaktion, die die Bilder auch bei mir hervorrufen. Die Dinge sind weder grundsätzlich gut noch schlecht. Ich bin immer daran interessiert, beide Extreme darzustellen" (Martin Parr).

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