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In den Anfangszeiten der modernen Forschung nahmen die Naturwissenschafter immer Fotografen und Künstler mit auf ihre Reisen, um zu dokumentieren, was sie erlebten und eventuell entdecken könnten; denn was könnte besser zum Ausdruck bringen, was sie antrafen, als kraftvolle visuelle Aufzeichnungen? Heutzutage wird diese visuelle Tradition weitergeführt, jedoch mit der Hilfe von Computern, digitalen Kameras, Videoaufzeichnungen und dem Internet.

Im Sommer des Jahres 2005 begab sich ein Team von 45 Wissenschaftern aus den USA, Kanada, China und Russland auf eine gemeinsame Expedition, um die Tiefen des Kanada-Basin zu erkundschaften, welches sich an einer der tiefsten Stellen des Arktischen Ozeans befindet. Wegen seiner abgelegenen Lage, dachte man, das Team werde noch nie zuvor gesehenen Lebensarten begegnen. Und so - und auch aus dem Grund, dass dieser bestimmte Teil des Arktischen Ozeans fast ganzjährig unter Meeres-Eis verborgen liegt und deshalb nur schwer zu erreichen ist -  bekam diese Forschungsreise den Namen „Der versteckte Ozean.“ Vom Eisbrecher Healy der amerikanischen Küstenwache aus und finanziell unterstützt vom NOAA's Office of Ocean Exploration wollten die Untersuchungen versteckte und noch unbekannte Welten entdecken, welche in solch extremen Bedingungen leben; dies mit Hilfe von Tauchern, fotografischen Plattformen und dem Remotely Operated Vehicle (ROV), einem speziell entwickeltem Gerät, dass unter Eis und in solchen Tiefen problemlos arbeiten kann. Solche Forschungen sind wichtig, um eine Basis von Informationen aufzubauen, anhand derer man berechnen kann, wie substanziell die Auswirkungen der Veränderungen der Umwelt in den letzten 40 Jahren waren.

Ein Mitglied dieses 45-köpfigen Teams war auch der amerikanische Biologe Kevin Raskoff. Raskoff, welcher 2001 seinen Doktor-Titel bekam und 2003 ein Zweit-Doktorat absolvierte, war schon auf unzähligen Forschungs-Ausflügen: bei elf Expeditionen war er Chef- Naturwissenschafter, und Wissenschafter auf weiteren über 160 ROV Tauchgängen. Er bereiste schon die ganze Welt, um die tiefsten Gewässer unseres Planeten zu erforschen. Raskoff arbeitete an Projekten im Arktischen Ozean, in Monterey Bay, auf Hawaii, in Italien und auch in Japan. „Die Ozeane und die Lebewesen, welche sie beheimaten, sind noch immer zu einem großen Teil ein Mysterium und so unglaublich spannend und geheimnisvoll. Um genau dieses große ‚Unbekannte’ zu erforschen und um auf solche Reisen zu gehen, wählte ich den Weg der Naturwissenschaft. Schon während der Schulzeit war ich von wirbellosen Tieren wie verzaubert; besonders Quallen, wegen ihrer außergewöhnlicher Struktur und Lebensweise, mit einer fast außerirdischen Qualität, faszinierten mich schon von Beginn an am meisten.“

Raskoff ist ein moderner Forscher: Er studiert die Ozeane und ihre Kreaturen nicht nur und evaluiert seine Daten, sondern lässt auch uns teilhaben an seiner kontinuierlichen Suche und deren wunderbaren Entdeckungen. Er begibt sich immer wieder auf eine neues, wissenschaftliches Abenteuer, um mit atemberaubenden Bildern zurück zu kehren; Bildern von Wesen, welche viele von uns nicht einmal in ihren wildesten Fantasien ausdenken könnten, geschweige, dass sie sich vorstellen können, je einer solchen Kreatur zu begegnen. So erschuf Raskoff über die vielen Jahre seiner Forschungen und nach Monaten unter der Meeresoberfläche eine großartige Sammlung von Fotografien der Unterwasserwelt. Es entstanden Bilder von unglaublicher Schönheit und mit bezaubernden Farben, manche der Wesen so hypnotisierend in ihrer Form, dass sie fast unecht erscheinen. Raskoffs Porträts von unbekannten Tiefen ermöglichen uns einen Einblick in eine Welt, welche wir nie selber erleben werden; eine Welt so überwältigend und eindrucksvoll, dass die Bilder fast etwas Bedrückendes ausstrahlen, aber gleichzeitig ganz beruhigend wirken durch ihre geschmeidige Stille. Genau wie die Tiefen der Meere vereinen sie Fantasie und Realität.

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