• Chinese Opera
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Die in Malaysia geborene Fotografin hat in New York am International Center of Photography ICP studiert. Sie lebt und arbeitet nach wie vor in der Stadt am Hudson River. Ihr Projekt beschreibt sie mit den folgenden Worten:


„Mein Interesse an chinesischen Opern begann, als ich klein war. Meine Mutter war ein Opernfan, die uns Kinder mit Erzählungen über die Aufführungen, die sie gesehen hatte, verzauberte. Dabei  legte sie eine Platte auf und sprach über die Tradition dieser Kunstform, über  Legenden, Volkserzählungen und klassische Romane. Meine Großmutter, eine gebürtige Chinesin, nahm meine Schwester und mich öfter mal in die chinesische Oper mit. Die Gruppe trat in einem Theater auf, das an drei Seiten geschlossen, zur Straße hin aber offen war. Junge und Alte versammelten sich zu jeder Aufführung, die Bühne wurde lebendig durch die Musik, die Lieder und die fabelhaften Kostüme. Es war eine überwältigende Erfahrung an Farbe, Klang und Bewegung.
Die letzten zehn Jahre habe ich als Fotografin in den Vereinigten Staaten verbracht und dabei herausgefunden, dass ich immer noch ein großes Interesse an chinesischer Oper besitze. Also begann ich vor acht Jahren dieses Projekt.


Als Kunstfotografin wollte ich zeigen, was das zeitgenössische Auge in einer Oper sieht: die präzise Haltung in einem bestimmten Moment. Zudem sind Kultur und Kunst wichtige Mittel für das Verständnis zwischen verschiedenen Nationen und Generationen. Meine Absicht ist es, das reiche Erbe der Chinesischen Oper zu bewahren, so dass unsere Kinder ein besseres Verständnis und auch Anerkennung für diese einzigartige Tradition der darstellenden Künste entwickeln können.


Es war eine unvergessliche Erfahrung für mich, als ich die Schauspielerinnen der Honglu Truppe der Yue-Oper in Shanghai kennen lernen durfte. Die Yue-Oper ist relativ neu, ca. 80 Jahre alt. Die Mitglieder erlaubten mir, sie zu beobachten, während sie sich in andere Menschen verwandelten, mit all diesem Make-Up und den Perücken, die, so erinnere ich mich, ordentlich auf einem Tisch aufgereiht waren. Die Yue-Oper ist eine rein weibliche Gruppe, deren Schauspielerinnen auch die männlichen Rollen übernehmen.


Es dauerte eine Weile, bis ich mich an den Gesang gewöhnt hatte, denn er war lauter als das Falsett und die ausdrucksstarken Stimmen, die ich aus Süd-China kannte. Es war offensichtlich eine erfolgreiche Inszenierung, denn jeden Abend nach dem Ende der Oper stürmte das Publikum zur Bühne.


Ich bewundere die Schauspieler der chinesischen Oper für ihr Talent. Sie erlaubten es mir, meine eigene Vision ihrer Kunst zu erfassen und ein paar Momente zu zeigen, die der Zuschauer sonst nicht zu sehen bekommt. Da die Chinesische Oper es verlangt, dass der Schauspieler seine eigenen Mittel der Kommunikation mit in die Rolle einbringt, habe ich versucht, meine eigene, neue Ansicht dieses antiken Theaters in die neue Welt und in das neue Jahrtausend zu transportieren.“

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