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Sammeln als Leidenschaft



Sammeln ist ein Genuss, eine Passion und bedeutet oft Schätze zu heben, die persönlichen Wert haben. Der amerikanische Fotograf James Higginson führt uns Stücke voller magischer Momente und einer unwiderstehlichen Aura vor. Mit dem Charme einer Entdeckung und Markierungen der spannungsvollen Spurensuche nach dem Besonderen wirkt seine Serie von Porzellanvasen wie das Bergen eines Schatzes.


Nicht nur Sammler, sondern selbst die Menschen, welche im Alltag Besonderes erspähen fühlen sich angesichts seiner Werke emotional berührt. Wer nicht nur in großen Dingen, sondern auch an Details Kostbarkeiten zu erkennen glaubt, fühlt sich angezogen. Schon im flüchtigen Vorbeigehen erscheinen auf seinen bezaubernden Fotos Silhouetten, die sonst womöglich unsichtbar bleiben.
Higginson gelingt es, eine Sammelleidenschaft auf Erinnerungen, bekannte und noch neu und unbekanntes zu lenken. Die Aura, die sonst vor allem an historischen Raritäten und Antiquitäten, etwa Familienerbstücken haftet, lenkt er wohl überlegt und in weichen Lineaturen inszeniert auf seine Vasen.
Er erschafft einen ähnlichen Augenblick voller Faszination und Überraschung, den man bei originellen Geschenken hat. Dabei bleibt deren Bedeutung für den Besitzer ebenfalls von persönlich unschätzbarem biografischen Wert. Denn wer sammelt, findet Platz für seine ganz besonderen Schätze auch auf kleinstem Raum oder behält in schöner Erinnerung, was er einst besessen hat oder voller Überzeugung und Engagement verschenkt hat.


Die chinesischen Vasen von Higginson aus der Serie „Recollection“ , sind im Negativverfahren in illuminierten Farben entstanden. Ihr Leuchten prägt sich ein und bleibt im Gedächtnis. Ihr Betrachten gibt die Möglichkeit des Findens, Entdeckens und Wiederentdeckens. Er inspiriert uns an Erinnerungen von schönen, kuriosen – vielleicht sogar abenteuerlichen Geschichten – fast genauso wie wir sie mit Lieblinsstücken verbinden.


Bei den Vasenfotos von James Higginson sind in den intensiven Farben, die man von Porzellan gar nicht unbedingt erwartet, Patina und Aura gleichzeitig zu entdecken. In der „Mirror Recollection-Serie“ ist der verblüffend glänzende Messing- und Goldeffekt von Spiegelungen begleitet, die eine eigene Magie hat.

Die Serie „Interludes“ nähert sich dem Landschaftsthema aus romantischer Sicht. Higginson inszeniert Männerakte an den Ufern der malerisch wirkenden Seenketten rund um Berlin. Seine Hommage an die Natursehnsucht der Künstler der Berliner Sezession um 1900, wie etwa Walter Leistikow aktualisiert eine einzigartige Stimmung von emotionaler Dichte. Die auf Hahnemühle Papier in prägnanter Schwarz-Weiß-Ästhetik modellierte Szenerie hat ein faszinierendes, bestechendes Licht- und Schattenspiel.  


Higginson gelingt es, für uns die Dinge in Kostbarkeiten zu verzaubern.



C.W.

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