• Étude
  • Étude #8
    Étude #8
  • Étude #1
    Étude #1
  • Étude #3
    Étude #3
  • Étude #4
    Étude #4
  • Étude #6
    Étude #6
  • Étude #7
    Étude #7
  • Einführung
  • Vita
  • Ausstellungen
  • Links
  • Weitere Kontexte

DIE SEELE DES TANZES

Die Etudes #1-8 von Horst Kloever erhalten ihre augenfällige Lebendigkeit durch die reine und zeitlose Energie des klassischen Balletts. Unter der bewegten Oberfläche zeigen die Bildwerke prominente Merkmale der Fotografie, die schon der Essayist und Philosoph Walter Benjamin bemerkte: "Hier greift die Kamera mit ihren Hilfsmitteln, ihrem Stürzen und Steigen, ihrem Unterbrechen und Isolieren, ihrem Dehnen und Raffen des Ablaufs, ihrem Vergrößern und ihrem Verkleinern ein. Vom Optisch-Unbewussten erfahren wir erst durch sie, wie von dem Triebhaft-Unbewussten durch die Psychoanalyse."* Diese Gedanken aufnehmend, bieten Horst Kloevers Etudes und die Bilder ähnlicher Art, die schon Teil der Kunstgeschichte geworden sind, Einsichten in die inneren Zusammenhänge und Antriebe des Fotografierens.

In einem aufwändigen Verfahren werden tänzerische Bewegungen in unterschiedlichen Geschwindigkeiten aufgezeichnet, dadurch gedehnt oder gerafft, dem natürlichen Rhythmus der Abläufe folgend unterbrochen und einzelne Phasen isoliert oder zusammengefasst. Das Optisch-Unbewusste sind die schnellen Bewegungen, die hier in jedem Detail wahrnehmbar werden – diese Fotografien analysieren die Seele des Tanzes.

Jede der eleganten Bewegungen des schlanken und kraftvollen Körpers der Ballerina Tata Jashiashvili werden in den breitformatigen Bildern mit bestechender Genauigkeit aufgenommen. Das elektronische Blitzlicht, als Stroboskop eingesetzt, dient als optisches Werkzeug, um die flüchtige Zartheit und Anmut festzuhalten. Die Zusammenarbeit der Tänzerin, zuhause auf Bühnen wie zum Beispiel der Berliner Staatsoper Unter den Linden, und dem technisch versierten Fotografen, hat bestechende Sequenz-Fotografien hervorgebracht. Diese ermöglichen es, die Schönheit der Bewegungen in Ruhe zu genießen, auf blickfüllenden Bildflächen voller zarter Details in feinsten Farbnuancen.

Die Verwendung spezieller Kamera- und Lichttechnik und der Möglichkeiten der digitalen Bildoptimierung des 21. Jahrhunderts machen es möglich, die Ballerina in verschiedenen klassischen Tanzsequenzen und in ihrer natürlichen Umgebung zu porträtieren: der Bühne mit einem wallenden Vorhang im Hintergrund, der die Tänzerin optisch umspielt, während sie voller Freude Sprünge macht oder ganz in sich gekehrt, präzise Ballettroutinen vollführt.

Frühere Versuche, Bewegungsabläufe auf diese Art darzustellen, waren meistens technisch bedingt auf einen schwarzen Raum beschränkt, der noch stark an die Laborsituation der Anfänge der Chronofotografie und im besonderen an die Arbeiten des Ingenieurs und Fotografen Harald E. "Doc" Edgerton erinnerte. Die Chrono- oder Hochgeschwindigkeits-Fotografie widmet sich der technisch aufwändigen Darstellung von schnellen Bewegungen verschiedener Art in Einzelbildern oder Sequenzen. Den Pionieren dieser Technik gelangen schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Aufnahmen, die einiges zum heutigen Bild von Abläufen, die zu schnell für das menschliche Auge sind, beigetragen haben.

Der Bildautor Horst Kloever hat sich vor dem Projekt der Etudes #1-8 einen Namen mit mehrfach ausgezeichneter experimenteller Fotografie in den Bereichen des Porträts, der Mode- und Sportfotografie gemacht und mit einem Oscar-ausgezeichneten Regisseur und Kameramann im Special-Effects-Bereich zusammengearbeitet. Er ist auch als Autor und Kurator tätig.

*Benjamin, Walter: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit - Drei Studien zur Kunstsoziologie, Frankfurt am Main, 1963

Zuletzt angesehen:0
Merkliste:0
Warenkorb:0
Das Produkt wurde hinzugefügt
Das Produkt wurde entfernt
Newsletter