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Nach ihrem Kunststudium an der Bauhaus-Universität Weimar absolvierte Anna Kling den gerade von Liz Bachhuber aus der Taufe gehobenen Master of Fine Arts Kurs und konnte ihn 2003 als erste Absolventin abschließen. Ihre Meisterin-Arbeit war eine “Liebesschaukel”, eine interaktive Skulptur, die sie für eine schöne Zeit im Schlosspark von Belvedere verankerte. Daneben umfasst die Kunst der mittlerweile in Australien ansässigen Künstlerin Malerei und Zeichnung, Videoinstallation und digitale Photographie. Als selbstbeschriebene Romantikerin agiert sie fröhlich und spontan, als Fee oder Schweißerin, in Weimar oder an ihrem neuen Lebensort in den blauen Bergen von down under.
Ihre Hauptthemen sind verlorene Paradiese oder neue Muttererfahrungen, Natur und Weiblichkeit, oft miteinander verschmolzen, wie bei einer große Fiberglasskulptur auf dem Campus von Newcastle, eine riesige fleischliche Blume in Rosa und Grün. Diese Farben tauchen immer wieder in ihren Arbeiten auf, Rosa steht für Menschliches, Grün für die Pflanzen oder an Pflanzen erinnernde Strukturen.
Ihre Faszination an botanischen Formen hat sie auch in weich geschnittenen, surrealen Videoprojektionen umgesetzt. Jedes Auf- und Abschwellen, Wachsen und Vergehen, Blühen und Welken erinnert methaphorisch an Leben und Tod. Die Werke der Künstlerin stellen sich weniger als Experimente oder Provokationen dar, sind eine auf den Punkt gebrachte Spurensuche. Geheimnisse des Innern werden verschlüsselt nach Außen gebracht. Die Hülle kann einiges sagen über das Innere, den Mensch, das Haus. Während sich die Außenhaut, die „Ranken“ dekorativ, je nach Mode verspielt, prunkvoll oder schlicht zeigen, kann darunter der geheimnisumwobene Ort, ein Raum für Fantasien, Illusionen und Träume vermutet werden.
Die natürlichen Ranken, einst in Symbiose mit dem Gebäuden verbunden, haben ihren Wirt, die steinernen Behausungen, verloren, und werden nun erst recht menschlich, verschieden in Gestalt und Färbung, zeitlose und mysteriöse Schönheiten. In starker Konzentration auf das Wesentliche erfahren diese durchaus technisch untersetzten Arbeiten eine poetische Verwandlung, eine beschwörende Lebendigkeit mit psychologisierenden Elementen. Sie werden zu Speichern der Erinnerung.
Andrea Dietrich
























